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Kommentar: Umgebung kennenlernen

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    Segen und Fluch: das Smartphone als ständiger begleiter / Foto: Paul Hanaoka/Unsplash

Artikel vom 09. August 2018 - 16:18

Von Robert Krülle

Häufig bedeuten Internet, Smartphones und Co. Fluch und Segen zugleich - zum Beispiel beim Thema Orientierung.

Welch eine Erleichterung stellen Navigationsprogramme auf dem Handy dar, die einen punktgenau ans richtige Ziel führen, ohne dass sich der Spaziergänger, Fahrradfahrer oder Autonutzer heillos verfranst. Auf der anderen Seite heißt es aber bereits oft: "Da schaue ich nicht mehr auf die Karte - ich lasse mich von Google Maps führen." Schade.

Was den Weg zum Ziel erleichtert, stellt gleichzeitig eine gewisse Verarmung dar. Denn wo die Maschine übernimmt, ist der menschliche Orientierungssinn nicht mehr nötig. Wenn man Hirn und Sinne ausschalten kann, verliert man gleichzeitig das Gefühl für die Umgebung. Weniger aufmerksam sein zu müssen, mag angenehm sein, doch fehlt die prägende Erfahrung, selbst den Weg suchen und finden zu müssen.

Wer sich mit Karten, den Orten, Straßen und Wegen auseinandersetzt, bekommt eine Vorstellung der Umgebung. Erst wenn man sich dann selbst orientiert und ein Gefühl für die Relationen entwickelt, lernt man seine Umgebung wirklich kennen.

Und das Beste: Man muss sich dann nie auf eine funktionierende Internet-Verbindung verlassen.

 

 

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