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Musik zum Mitfühlen

Vielseitig und stimmstark: Konzert mit OfChors beim Böblinger "Sommer am See"

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    Das Böblinger Vokalensemble OfChors schmettert sommerliche Songs am See F: Ruchay-Chiodi

Artikel vom 15. Juli 2018 - 19:30

Von Jürgen Siehr

BÖBLINGEN. "Alles kommt zurück." Mit diesem Lied von Roger Cicero eröffnete OfChors sein diesjähriges Konzert im Rahmen des "Sommers am See" in der rappelvollen Alten TÜV-Halle. Der Titel war passend gewählt, denn nach einem Jahr Abwesenheit meldete sich der Chor wieder zurück bei der Böblinger Veranstaltungsreihe.

Stimmgewaltig und voller Drive präsentierten sich die 19 Sänger und Sängerinnen. "Feel the music", steht auf den schwarzen T-Shirts der Chormitglieder - und dieses Motto ist hier Programm, denn die Leidenschaft für Musik und Gesang fühlt man auch als Zuhörer. Das Publikum, in dem sich offenbar viele treue Fans befanden, ging deshalb von Beginn an begeistert mit.

Die vor 15 Jahren gegründete Böblinger Vokaltruppe ist auf Gospel, Pop und Musical spezialisiert. Das Repertoire reicht einmal quer durch die moderne Popgeschichte. Der Chor präsentierte zum Beispiel den Disco-Klassiker "Night Fever" aus dem Jahr 1977, von den Bee Gees, die 80er-Pophymne "When the rain begins to fall" (hier taten sich Vali und Jac Mestrovic als Solisten besonders hervor) und aktuelle Charthits wie "Human" von Rag 'n' Bone Man oder das gefühlvolle "Thinking out loud" von Superstar Ed Sheeran. Bei diesem Song, den der Chor erstmals im Programm hatte, übernahm Sandy Schmidt den Solopart. Großen Beifall gab es auch für "Gambling Man" von der britischen Doo-Wop-Boygroup The Overtones, bei dem Jac Mestrovic erneut als Solist überzeugte. Um eine weitere Facette ergänzt wurde das Programm durch den kroatischen Titel "Vjeruj u ljubav (Glaube an die Liebe), bei dem noch einmal das kroatische Ehepaar Mestrovic im Mittelpunkt stand.

Männerstimmen gesucht

Am E-Piano begleitet und geleitet wurde OfChors von Gregor Kissling, der auch humorvoll durchs Programm führte. Auf der Bühne standen neben 13 Sängerinnen nur sechs Tenöre und Bässe. Dieses Ungleichgewicht zwischen Männer- und Frauenstimmen ist in vielen gemischten Chören zu beobachten. In seiner Moderation warb Gregor Kissling deshalb bei den Zuhörern um weitere Männerstimmen.

Die Bandbreite der Stilrichtungen ist ein Markenzeichen von OfChors. Sie reicht von Pop, Jazz, Gospel und Soul bis hin zu Musicalmelodien. Vergangenes Jahr nahm das Ensemble eine neue CD namens "Colours of Music" auf. Zahlreiche Titel daraus waren auch an diesem Donnerstagabend zu hören. Neue Songs werden übrigens meist von den Sänger(inne)n selbst vorgeschlagen.

Im zweiten Teil des Abends legte der Chor mit John Legends "All of Me" und "Million Years ago" von Adele die gesanglich Messlatte noch einmal ein ganzes Stück höher. Bei Adeles zu Herzen gehender Popballade kam die schöne Stimme von Solistin Gabi Fulirs hervorragend zur Geltung. Einer der wenigen deutschen Titel war "Haus am See" von dem Berliner Reggae-Künstler Peter Fox (Solist: Markus Schäfauer). Ein weiterer Song mit einer Solistin war "Read all about it".

Silke Flath interpretierte hier die anrührende Vorlage der britischen R&B-Sängerin Emeli Sandé.

Aber natürlich glänzten an diesem Abend nicht nur die Solisten - auch der Chor als Ganzes überzeugte mit großer Musikalität, Textsicherheit und klarer Aussprache. Gregor Kissling ist es gelungen, eine Gruppe wie aus einem Guss zu formen, bei der die Harmonie zwischen den einzelnen Mitgliedern ebenso hörbar wie fühlbar ist.

Als der rundum gelungene Konzertabend auf sein Ende zusteuerte, zeigte das Publikum, dass es noch lange nicht genug hatte: Mit viel Beifall erklatschten die Zuhörer sich drei Zugaben: "One Love" von Bob Marley sowie ein weiteres Mal "Alles kommt zurück" von Roger Cicero und "Mad World" von Tears of Fears.

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