25 000 Euro für 26 Entwicklungshilfeprojekte in aller Welt

Landkreis unterstützt erneut das Engagement von Bürgern aus dem Kreis für Regionen in ärmeren Ländern

Artikel vom 26. Juni 2018 - 14:18

KREIS BÖBLINGEN (red). Landrat Roland Bernhard hat unlängst Spendenschecks im Wert von insgesamt 25 000 Euro an 26 Hilfsprojekte in alle Welt. Der Sozial- und Gesundheitsausschuss des Kreistags hat die Gelder zur Entwicklungshilfe des Landkreises verteilt. Der Landkreis Böblingen fördert seit mehr als 30 Jahren Projekte in Entwicklungsländern.

"Der Kreistag erkennt damit das Engagement von Bürger aus dem Kreis für ärmere Gegenden dieser Welt an", so Bernhard. "Als vergleichsweise wohlhabender Landkreis sollten wir diese Förderung beibehalten, da sie maßgeblich dazu beiträgt Fluchtursachen zu bekämpfen."

Die höchsten Zuschüsse für ein Projekt erhalten jeweils mit 1500 Euro die Cabilla e.V. in Herrenberg-Oberjesingen und die time2help e.V. in Herrenberg. Die Cabilla e.V. sammelt Geld für Winterbekleidung für 2200 Kinder und für zehn Nähmaschinen mit Stoffen für den Ort Panjshertal in Afghanistan. Die time2help e.V. benötigt das Geld für den Kauf eines neuen Grundstücks in Arusha, Tansania. Damit soll das Areal des bisherigen Waisenhauses vergrößert werden. Andernfalls drohe die Schließung des Waisenhauses durch die tansanischen Behörden.

Bereits seit Beginn der Förderung von Entwicklungshilfeprojekten im Jahr 1987 unterstützt der Landkreis den Eine-Welt-Laden in Sindelfingen. Dieses Jahr wird die Cooperativa Integral De Producción Mujeres Mayas "Tejidos Guadelupe" in Ciudad, Guatemala unterstützt. Sie hilft armen Frauen bei der Vergabe von Minikrediten, bei der Ernährung und Bildung von Kindern und bei der Sicherung von Pflegediensten für alte Menschen. Zum ersten Mal fördert der Landkreis das Projekt der Evangelischen Kirchengemeinde Gültstein - Flüchtlinge Kurdistans. Es dient der Hilfe von Flüchtlingen im Irak, die vom IS vertrieben wurden. Bislang wurden bereits 17 Sattelzüge mit Hilfsgütern in Flüchtlingslager geschickt.

Betrag auf kommunaler Ebene

Neben der finanziellen Hilfe engagiert sich der Landkreis auch selbst in der Entwicklungshilfe. Seit 2016 besteht zwischen dem Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Böblingen und der tunesischen Kommune El Guettar eine Projektpartnerschaft im Rahmen des Kommunalen Wissenstransfers Maghreb-Deutschland. Das Projekt ist Teil der Bemühungen der Bundesregierung, die Situation in den Staaten des sogenannten Arabischen Frühlings zu stabilisieren und zu stärken und somit auch Fluchtursachen zu bekämpfen. Gegenstand des Projekts ist die Einführung der Mülltrennung in einem Pilotviertel, der Aufbau einer Anlage für die Trennung und das Recycling von Kunststoffabfälle, die Einführung der Eigenkompostierung organischer Abfälle sowie die Erhaltung der biologischen Vielfalt im Stadtgebiet. Für Bernhard kommt es nach seiner Reise in die tunesische Kommune El Guettar im März 2017 sogar in Betracht die Zusammenarbeit auf bis zu zwei weitere Handlungsfeldern neben der Abfallwirtschaft auszudehnen: "So kann unser Landkreis einen Beitrag auf kommunaler Ebene leisten, um die Lebensbedingungen für die Menschen im nördlichen Afrika weiter zu verbessern."

Verwandte Artikel