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Überlaufbecken haben funktioniert

Hochwasser: Landratsamt zieht Bilanz und sieht Handlungsbedarf in Ehningen

Artikel vom 07. Juni 2018 - 14:00

KREIS BÖBLINGEN (red). In der Nacht von Donnerstag, 31. Mai, auf Freitag, 1. Juni, kam es, wie berichtet, während eines schweren Gewitters zu einem lokal begrenzten Starkregen rund um Böblingen und Sindelfingen. In einer Pressemittelung zieht das Landratsamt nun Bilanz.

Zwischen 23 Uhr und 2 Uhr fielen rund 60 bis 80 Milliliter Niederschlag pro Quadratmeter, dabei über 30 Milliliter innerhalb einer Stunde. Sämtliche Hochwasserschutzanlagen der Wasserverbände Aich, Schwippe und Würm hätten sich dabei bewährt, schreibt das Landratsamt. "Das Ereignis zeigt, dass sich die Investitionen der Wasserverbände in den Hochwasserschutz auszahlen. Hinsichtlich Ehningen machen die Ereignisse erneut deutlich, wie notwendig die geplanten Maßnahmen sind", erklärt Landrat Roland Bernhard.

Im Wasserverband Schwippe sprangen nach dem Starkregen fünf der sieben Hochwasserrückhaltebecken (HRB) an, die das Verbandsgebiet schützen sollen. Lediglich die HRB Hinterweil und St. Annagraben hatten keinen relevanten Einstau zu verzeichnen. Das größte HRB des Wasserverbands Schwippe in Dagersheim erreichte gegen 4.30 Uhr mit maximal 390 000 m³ seinen höchsten Einstau. Diese Wassermenge füllte das Becken zu 46 Prozent. Im Vergleich dazu lag der Einstau beim Hochwasser 2013 bei 79 Prozent. Damals ging den einzelnen Starkregen ein mehrtägiger Dauerregen voraus. "Durch die technischen Hochwasserschutzeinrichtungen des Wasserverbandes Schwippe", heißt es weiter, "konnten einmal mehr größere Schadensfälle abgewendet werden".

Im Wasserverband Aich kam es ebenfalls zu einem kleineren Einstau des HRB Segelbach sowie des HRB Sulzbach. Beim HRB Sulzbach führte das Gewitter zu einem kurzfristigen Einstau. Davon war lediglich der momentan abgelassene Dauerstaubereich betroffen. Sämtliche Anlagen haben planmäßig funktioniert und das Hochwasserereignis konnte schadlos abgewirtschaftet werden. Schlimmere Schäden durch ausufernde Gewässer konnten so verhindert werden, lautet die Bilanz dort.

Für den Wasserverband Würm bestätige sich nach den Hochwässern 2013 und 2016 leider einmal mehr, wie notwendig die geplanten Maßnahmen zum Schutz der Ortslage Ehningen (HRB Maurener Tal in Kombination mit innerörtlichen Maßnahmen) seien, heißt es in der Pressemitteilung.

Aufgrund der Lage des Landkreises Böblingen in den Quellgebieten der Gewässer seien in der Regel nur sehr kurze Vorwarnzeiten möglich. So sammelten sich im HRB Dagersheim innerhalb von nur 45 Minuten rund 170 000 m³ Wasser an. "Deshalb müssen die Anlagen jederzeit optimal einsatzbereit gehalten und von geschultem Personal betreut werden, um ihre Schutzfunktion dauerhaft und ohne Vorlauf zu gewährleisten", betont das Landratsamt abschließend.

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