Humor: Wer hat Bock auf Scheiß Berlin?

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Artikel vom 19. Mai 2018

 Als Radio- und Fernsehmann hat Oliver Koblenzer schon gezeigt, dass er Bock auf kreative Ideen hat. Mittlerweile hat der Mitbegründer des Böblinger Fernseh-Regionalsenders RTV eine ganz andere Leidenschaft zum Beruf gemacht: das Bierbrauen. Auch in seiner Kraftbierwerkstatt beweisen er und seine Braugenossen viel Kreativität – sowohl bei den Rezepturen als auch bei der Namensgebung. Vom „Awesome Amber Ale“ über „Toxic Harvest Ale“ bis zum „Chinook – Red Indian Ale“ haben Koblenzer und Co. ein paar coole Biersorten mit noch viel cooleren Namen im Sortiment. Was noch fehlte, war ein Doppelbock. Mit den bocklosen Zeiten ist jetzt aber Schluss. Seit Neuestem gibt?s bei der Kraftbierwerkstatt nämlich ein Starkbier namens „Men?s Hell“. Die Betitelung auf dem höllisch gestylten Etikett wirkt zurecht ein bisschen einschüchternd, schließlich hat das „Extra Strong Lager“ laut Oliver Koblenzer noch mehr Umdrehungen als die auf der Flasche angegeben 8,7 Prozent. „Der Alkoholgehalt liegt bei über neun Prozent“, erklärte er bei „Comics & Bier“ am Montag im Blauen Haus. Bei dem Popkultur-Talk samt Bierverkostung erzählte der Böblinger, dass der goldprämierte Doppelbock von Schönbuch Bräu seine Inspiration für die neue Bierkreation gewesen sei. „So was will ich auch, nur besser“, habe Koblenzer zu Schönbuch-Braumeister Gustavo Tresselt gesagt. Gesagt, gebraut: Jetzt gibt es also ein zu neuen Geschmacksdimensionen hochgehopftes Bockbier. Moderator Steffen Volkmer wollte es bei seinem Talk gleich in „Men?s Health“ umtaufen. Markenrechtlich könnte das allerdings heikel werden. Wobei der ursprünglich angedachte Name wohl noch ganze andere Konflikte heraufbeschworen hätte: „Ich hätte das Bier am liebsten Scheiß Berlin genannt“, verriet Koblenzer, der damit den Hauptstädtern eine untergärige Retourkutsche für die Anti-Schwabenwerbung auf Bussen („Liebe Schwaben, wir bringen euch gerne zum Flughafen“) verpassen wollte. „Das Bier hätte es dann überall gegeben – nur nicht in Berlin“, meinte er mit diabolischem Grinsen. Leider konnte er sich mit seinem Vorschlag (Fotomontage: Kornelij Casni) nicht durchsetzen. Schade eigentlich. Auf diesen Höhepunkt der seit Jahren gärenden diplomatischen Krise zwischen Berlinern und Schwaben hätten wir richtig Bock gehabt.

(Aus unserer samstäglichen "Bonbons"-Kolumne)

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