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Rund um die Uhr Betrieb in der Backstube

Zeitung in der Schule: Schüler-Reporter waren zu Gast bei Backwaren Sehne in Ehningen und durften zum Teil selbst Hand anlegen

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    Hartwig Schneeberg (rechts) erklärt den Zisch-Reportern, wie die Konditoren in der Tagschicht Heidelbeerkuchen zubereiten Fotos: Alina Plümer

Die Firma Sehne Backwaren ist ein treuer Begleiter des Projekts "Zeitung in der Schule". Diesmal hatten die Schüler den kürzesten Anreiseweg: Sie kamen von der Friedrich-Kammerer-Gemeinschaftsschule in Ehningen. Hartwig Schneeberg, Konditormeister im Ruhestand, führte die Nachwuchsreporter durch die Backstube.

Artikel vom 15. April 2018 - 18:30

Von Tina Palm und Diona Mustafa

EHNINGEN. Hartwig Schneeberg ist bei der Firma Sehne für die Führungen zuständig. Der Sindelfinger strahlt auch mit fast 75 Jahren noch viel Energie und große Begeis-terung für das Bäcker- und Konditorhandwerk aus. Zu jeder Station, jedem Handgriff, jeder Backkreation und deren Zubereitung kann er stundenlang erzählen.

Die Schülerinnen und Schüler lernen und sehen eine Menge bei ihrem Besuch. Zum Beispiel beobachten sie, wie in der Konditorei Kuchenformen mit Heidelbeeren befüllt werden, Muffinteig aus einem großen trichterförmigen Behälter in kleine Förmchen gespritzt oder Rouladenteig für die Weiterverarbeitung vorbereitet wird. Für den Achtklässler Joel gab es an einigen Stationen ein nettes Wiedersehen mit ehemaligen Kollegen. Der Schüler hatte erst wenige Wochen zuvor ein einwöchiges Praktikum bei Sehne gemacht und durfte deshalb kurz beim Belegen der Zwetschgenkuchen mithelfen (siehe untenstehenden Text).

Einige Stationen weiter, in der Bäckerei, sehen die Zisch-Reporter der Brezelschling-anlage bei der Arbeit zu und staunen, mit welchem Tempo die Maschine die Teiglinge in Sekundenschnelle in die typische Form bringt. Danach kommen die Brezeln für kurze Zeit in einen Gärschrank und werden anschließend mit Lauge besprüht, eingeschnitten und in einer Schockfrostanlage bei Minus 38 Grad tiefgefroren. Bis zu 50 000 Brezeln werden hier pro Tag hergestellt. Beeindruckend ist auch die Anlage, in der Bauernbrötchen sieben Minuten angebacken und dann ebenfalls schockgefrostet und zum Weitertransport in die Filialen fertig gemacht werden. Dort kommen sie dann nochmals kurz in den Ofen, damit sie ganz frisch über den Tresen gehen können.

Zum Zeitpunkt der Führung am späten Vormittag haben sich die Mitarbeiter der Nachtschicht schon in den Feierabend verabschiedet. Deshalb herrscht dort, wo zur Fasnetszeit über Nacht 12 000 Berliner produziert werden, gerade kein Betrieb. Dafür wird an vielen anderen Stationen fleißig gearbeitet. "Rund um die Uhr läuft die Produktion hier in Ehningen", erklärt Schneeberg - wobei nachts mehr Mitarbeiter im Einsatz seien als tagsüber. Von den Arbeitsbedingungen, wie er sie in seiner Ausbildungszeit erlebt habe, sei man heute aber meilenweit entfernt: "Ich hatte noch eine Sechseinhalb-Tage-Woche", so Schneeberg.

Auch über die Firmengeschichte weiß Hartwig Schneeberg viel zu erzählen. Zum Beispiel darüber, wie Firmengründer Heinrich Sehne und seine Frau Ruth vor mittlerweile 61 Jahren mit zwei Steinöfen und einem VW-Bus den Grundstein für die Ehninger Erfolgsgeschichte legten. Der Senior-Chef fuhr sein Steinofenbrot damals an Stuttgarter Südmilch-Geschäfte und Tante-Emma-Läden. Heute beliefert das Unternehmen von seinem Hauptsitz in Ehningen aus Filialen von Nordbaden bis zur Schwäbischen Alb mit mehr als einem Dutzend unterschiedlicher Kuchen- und rund 40 verschiedenen Brotsorten sowie Müsliriegeln, einer Vielzahl von Brötchen, Brezeln, süßen Stückchen und vielen weiteren Leckereien.

Viele Ausbildungsmöglichkeiten

Auf die Frage, was eigentlich mit all den Backwaren passiert, die am Ende des Tages nicht verkauft wurden, hat Hartwig Schneeberg eine erfreuliche Antwort: Diese werden nämlich unter anderem an Tafelläden oder Vesperkirchen gespendet.

Im Anschluss an die Führung versäumt es der pensionierte Konditormeister nicht, auf die Ausbildungsmöglichkeiten bei Sehne hinzuweisen. Diese reichen vom Fachverkäufer(in) über die Bäcker(in) und Konditor(in) bis hin zu einer Tätigkeit als Führungskraft im Bereich Food Management oder im Handwerk mit einem Abschluss als Bachelor of Arts (B.A.).

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