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Es kracht immer öfter im Kreis

Bilanz der Polizei zeigt: Die Zahl der Unfälle steigt, dafür sinkt die Zahl der verunglückten Personen

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    Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Motorblock des PKW heraus gerissen und flog mehrere Meter weiter. Foto: SDMG/Dettenmeyer

Es fahren immer mehr Autos auf den Straßen und wie die Verkehrsunfallbilanz des Polizeipräsidiums Ludwigsburg für das Jahr 2017 zeigt, enden auch immer mehr Autofahrten mit einem Blechschaden. Gleichzeitig werden dabei aber immer weniger Menschen verletzt.

Artikel vom 13. April 2018 - 15:54

KREIS BÖBLINGEN (red/lad). Im letzten Jahr gab es im Landkreis Böblingen 12 112 Unfälle. Im Vergleich zum Vorjahr 224 mehr, eine Zunahme um 1,9 Prozent. Die Zahl der Verunglückten Personen ist von 1466 auf 1390, also um 5,2 Prozent, gesunken. Getötet wurden dabei sechs Menschen, im Vorjahr noch 11. Auch die Zahl der Schwerverletzten sank, von 239 auf 220.

Die häufigste Unfallursache, war die Missachtung der Vorfahrt (235 Fälle), gefolgt von ungenügendem Sicherheitsabstand (187) und Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren (164). Erst danach folgt die überhöhe Geschwindigkeit (98). Diese ist allerdings Hauptunfallursache bei tödlichen Verkehrsunfällen, sagt Polizeivizepräsident Burkhard Metzger. Und man habe 8700 Handyverstöße zur Anzeige gebracht, 7,8 Prozent mehr, als im Vorjahr.

Ein weiterer Trend zeigt sich: Langsam aber stetig sinkt die Zahl der durch alkoholisierte Fahrer verursachten Unfälle (von 117 auf 112). Gleichzeitig steigt die Zahl der Unfälle bei denen Drogen im Spiel waren (von 19 auf 24). Gestorben ist in beiden Fällen niemand. Bei den Alkoholfahrten wurden sieben Menschen schwerverletzt, wegen Drogen im Straßenverkehr wurden keiner schwer verletzt.

Weniger Unfälle mit Kindern, mehr Unfälle auf Schulwegen

Die Statistik zeigt auch, dass auch weniger Kinder in Unfälle verwickelt werden, nur 29 wurden schwer verletzt (47 im Vorjahr). Dafür stieg die Anzahl der Schulwegunfälle leicht auf 45. "Fast jeden zweiten Unfall verursachten die Schüler selbst", sagt Metzger. Dies unterstreicht die Wichtigkeit von Präventionsarbeit.

Bei 399 Unfällen waren Lkw beteiligt, fast so viel wie im letzten Jahr (398). Dabei kam eine Person ums Leben (Vorjahr 3), zehn wurden schwer verletzt (Vorjahr 14). Ein insgesamt rückläufiger Trend.

Es sind nicht nur mehr Autos unterwegs, sondern auch mehr Fahrräder und so steigt die Unfallrate auch hier seit Jahren an und steht 2017 bei 325 Fällen. Zwei Menschen wurden dabei getötet, 68 schwer verletzt. Unfälle mit Motorrädern gab es 136, dabei endeten zwei tödlich und 37 Personen wurden schwer verletzt.

Bei den Fußgängern sind beinahe alle Zahlen rückläufig. Statt 163 gab es nur noch 109 Unfälle. Verletzt wurden dabei insgesamt 100 Personen, 78 leicht (Vorjahr 117), 28 schwer (Vorjahr 41) und zwei tödlich (Vorjahr eine).

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