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Naturpark Schönbuch plant barrierefreie Angebote

An mehreren Stellen will das Waldgebiet auch für Menschen mit Behinderung Angebote schaffen und leichter zugänglich sein

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    Nicht alle Wege führen so eben und breit durch den Schönbuch - eine Initiative soll den Wald jetzt barrierefreier machen Foto: Archiv

Den Ausschlag für die Initiative brachte die Abschlussarbeit einer Studentin der Hochschule für Forstwirtschaft in Reutlingen. Sie zeigte Potenziale in dem Wald auf, die jetzt genutzt werden sollen. Die Umsetzung ist allerdings noch nicht über die Planungsphase hinaus gelangt.

Artikel vom 09. April 2018 - 20:13

Von Jan-Philipp Schlecht

KREIS BÖBLINGEN. Die die Natur für alle erlebbar sein soll, sind alle Naturparke in Deutschland aufgefordert, Angebote für Menschen mit Behinderung zu schaffen. Deshalb will auch der Naturpark Schönbuch nicht außen vor bleiben. Die Parkverwaltung hat daher eine Initiative angestoßen, mit der auch Rollstuhlfahrer, Kinderwagen-Schieber oder Ältere leichter das Naherholungsgebiet erkunden können. Den Anstoß gab aber jemand anderes: Saskia Lehman hat an der Hochschule für Forstwirtschaft im August 2017 eine Bachelorarbeit über dieses Thema verfasst. Darin hat sie potenzielle Angebote im Schönbuch ausgemacht, die auf ihre Barrierefreiheit hin verbessert werden können.

Hierfür gibt es bereits einen Katalog an Kriterien, den der Verein "Tourismus für Alle Deutschland" aufgestellt hat. Demnach sollten barrierefreie Wege etwa breit genug sein, möglichst wenig Stufen enthalten und vor allem nicht für Kraftfahrzeuge freigegeben sein.

Potenzielle Angebote auf Karte eingetragen

Lehmann hat daraufhin den Schönbuch begangen und die Ergebnisse ihrer Analyse in eine Karte übertragen. Das Ergebnis ist eine Reihe von Wegstrecken, die bis zu zehn Kilometern lang sind und überwiegend an Bachläufen entlang führen. Darüber hinaus soll es auch barrierefreie Rundwege geben zwischen 1,6 und 2,3 Kilometern Länge. All diese Angebote sind dann mit dem Kinderwagen, E-Rollstuhl gut zu bewältigen.

Allerdings wird für Rollstuhlfahrer immer eine Begleitperson empfohlen, um beispielsweise Rotwildgatter oder Steigungen umschiffen zu können. Diese Angebote sind zwar bislang noch nicht in die Tat umgesetzt, dies ist von der Parkverwaltung aber zeitnah avisiert. Sofern möglich, will man auch die umliegende Infrastruktur wie Parkplätze, Einkehrmöglichkeiten sowie Toiletten oder den Öffentlichen Nahverkehr möglichst barrierefrei gestalten. Sind die vielen einzelnen Projekte einmal umgesetzt, will die Parkverwaltung das neue Angebot entsprechend kommunizieren: Im Internet, Besucherleitsystemen, Broschüren sowie der Information der entsprechenden Verbände und Organisationen. Ein Zeitplan der Parkverwaltung hierfür liegt bis dato noch nicht vor. Rolli-Fahrer und andere Gehandicapte müssen sich also noch gedulden.

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