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Feinste Musik, Humor und Köstlichkeiten

Der Musikverein Schönaich hat sein Publikum auch in diesem Jahr bei zwei Jazz-Abenden begeistert

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    Einer der Höhepunkte bei den Jazz-Abenden des Musikvereins Schönaich: Ein Duett von Birgit Glaser und Klaus Kreczmarsky Foto: Corinna Binder

Ein stimmiges Konzept sorgte mal wieder dafür, dass die beiden Jazzabende des Musikvereins Schönaich am Wochenende recht frühzeitig ausverkauft waren. Die Haupt-Zutaten: abwechslungsreiche Big-Band-Musik, humorvolle Ansagen, gutes Essen und ausgewählte Weine.

Artikel vom 21. März 2018 - 12:12

Von Jochen Pfingsttag

SCHÖNAICH (red). Unter der bewährten Leitung von Bandleader Klaus Kreczmarsky bot die 17-köpfige Combo an zwei Abenden wieder ein Feuerwerk der Big Band- und Jazzmusik. Als Gast durften die Musiker dieses Jahr Sängerin Birgit Glaser begrüßen.

Mit einem Jazz-Standart von Herbie Hancock startete das Programm. Im Jahr 1964 schrieb dieser den Titel "Cantaloupe Island", der in den 90er noch einmal eine Renaissance in der Popmusik feierte. Ihren ersten Auftritt hatte "Biggi" Glaser dann mit dem weltberühmten "Night and Day" von Cole Porter. Der nicht weniger bekannte Pop-Titel "Smooth Operator" von Sade folgte auf den Fuß, sanft unterlegt von Bläsern und Rhythmusgruppe. Wolfgang Völmle führte das Publikum gekonnt heiter durch den Abend und sorgte mit seinen Geschichten, Anekdoten und Witzen rund um Komponisten, Musiker, Dirigenten und die Musik selbst wieder für einige Lacher. Der Instrumentaltitel "Salsa Nueva" von Jeff Taylor vereinigte dann Swing und Jazz mit den eingängigen Melodien der afro-karibischen Folklore. Und die eingespielte Band bewies, dass ihr auch dieser Musikstil liegt.

Vor über zehn Jahren fand die erste "Jazztime" in den Räumlichkeiten des Musikvereins im Untergeschoss der Johann-Bruecker-Schule statt. Damals bestritt die Band von Birgit Glaser, "Whisper Not", den ersten Teil des Abends. Bis heute wurde das musikalische wie auch das kulinarische Konzept weiterentwickelt und aus einem Abend wurden mittlerweile zwei.

Ganz eigene Akzente setzte Chick Corea mit Kompositionen, die spanisches Kolorit haben wie zum Beispiel dem Titel "Spain". Hier brillierte ein weiteres Mal Thomas Klein am Flügelhorn. Und überhaupt kamen immer wieder solistische Einlagen zu Gehör und bewogen die Zuhörer zu spontanem Szenen-Applaus. Der Song "On Broadway" von Barry Mann und seiner Ehefrau Cynthia Weil handelt von einem Musiker, der nach New York kommt und nur ein Ziel hat: Ein Star auf dem Broadway zu werden. Auch hier überzeugte Birgit Glaser mit ihrem Timbre und ihrer Interpretation vollauf.

Zurück aus der Pause legten die Musiker mit Sammy Nesticos "Front Burner" gleich einen richtigen Aufmacher hin. Denn nichts anderes als "Zeitungsaufmacher" bedeutet der Begriff Front Burner. Zum Tenor-Saxophon griff Klaus Kreczmarsky bei "Morning Dance" von Spyro Gyra und bestätigte, dass auch er ein absoluter Vollblutmusiker ist. Dass kein Konzert dem anderen gleicht und dass die Big Band des Musikvereins immer wieder für Überraschungen gut ist, zeigte der Titel "Endless Love", geschrieben von Lionel Richie, bei dem Birgit Glaser und Klaus Kreczmarsky im Duett sangen. Mit den Fingern schnippen durfte das Publikum schließlich bei "Fever". Bekannt wurde dieser Song durch die prägnante Interpretation der amerikanischen Jazzsängerin Peggy Lee. Bei "The Chicken" von Pee Wee Ellis, einem Mitglied der Band von James Brown, kam die Bläser-Section noch einmal voll zum Einsatz und setzte punktgenau die "High-Notes". Mit dem Swing-Kracher "Tuxedo Junction", komponiert von Erskine Hawkins und dem Jazz-Standard "Blue Monk" endete der offizielle Teil des Programms.

Ohne Zugaben durfte die Band die Bühne selbstverständlich nicht verlassen. Minutenlanger Applaus bewies, dass das Programm den Gästen gefallen hatte und sie noch mehr hören wollten. Mit den Titeln "Birdland" von Joe Zawinul und "Big Spender" gaben Birgit Glaser und die Big Band des Musikvereins noch einmal so richtig Gas.

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