Biadacz, Toncar und Frohnmaier im Bundestag

CDU-Kandidat holt mit 38,8 Prozent der Erststimmen das Direktmandat im Wahlkreis Böblingen

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    Im Bundestag (von links): Marc Biadacz, Florian Toncar und Markus Frohnmaier / Fotos: Bischof/Archiv

Für den Kreis Böblingen war schnell klar, was vorher bereits erwartet worden war. Den Wahlkreis Böblingen vertreten in Berlin ab der kommenden Legislaturperiode der direkt gewählte Marc Biadacz (CDU) sowie Florian Toncar (FDP) und Markus Frohnmaier (AfD). Der CDU-Kandidat holte zwar wie erwartet deutlich das Direktmandat, büßte aber gegenüber dem Erststimmen-Ergebnis von 2013, als Clemens Binninger noch angetreten war, mehr als 15 Prozentpunkte ein. Die anderen beiden schafften dank ihrer guten Platzierung auf den jeweiligen Partei-Landeslisten den Einzug ins Parlament.

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Artikel vom 24. September 2017 - 20:30

 

KREIS BÖBLINGEN (krü). Zwar hat die CDU im Bund deutlich verloren, beim CDU-Direktkandidaten Marc Biadacz war die Stimmung aber nicht nur negativ. Das Bundesergebnis bedeutete zwar eine herbe Schlappe, seine persönlichen Ergebnisse konnte er aber mit Genugtuung aufnehmen: Bei den ersten einlaufenden Gemeinden (Hildrizhausen, Rutesheim, Mötzingen) im Kreis Böblingen hatte die CDU eh ordentliche Werte (um die 40 Prozent), Marc Biadacz lag aber jeweils noch etwa drei Prozentpunkte darüber. Fazit: Er holte klar das Direktmandat im Wahlkreis Böblingen, auch wenn er mehr als 15 Prozentpunkte unter dem letzten Ergebnis des langjährigen CDU-Abgeordneten Clemens Binninger lag.

"Dass Sie bei den Erststimmen mehr Prozent bekommen haben, ist ihr persönlicher Verdienst", sagte Landrat Roland Bernhard zu Biadacz, als der im Landratsamt vorbeischaute. Und zum Bundesergebnis meinte Bernhard zum CDU-Kandidaten in Anspielung auf die schwarz-gelb-grüne Koalition in Schleswig-Holstein: "Ihr müsst Euch jetzt an Jamaika gewöhnen." "Ich war der Jamaika-Koalition nie abgeneigt", betonte Marc Biadacz, "das würde auch im Bund gut gehen." Zum Erfolg der AfD samt Einzug ins Parlament sagte der Böblinger CDU-Mann: "Die AfD muss Lösungen und konstruktive Vorschläge bringen - daran werde ich sie messen." Marc Biadacz war zum CDU-Direktkandidaten geworden, nachdem der langjährige Abgeordnete Clemens Binninger nicht mehr kandidiert hatte.

Dr. Florian Toncar gehörte bereits von 2005 bis 2013 dem deutschen Bundestag an. Nach der derben Wahlschlappe von 2013, die das Ausscheiden der Liberalen aus dem Parlament bedeutet hatte, zeigt sich die FDP gut erholt und wird mehr als 10 Prozent auf Bundesebene erhalten. Was auch bedeutet, dass der 37-jährige Familienvater aus Weil im Schönbuch (locker) wieder einzieht. „Ich bin überglücklich. Dass wir zweistellig sind, ist überragend“, ruft Toncar, als er zur FDP-Wahlparty in Sindelfingen kommt. „Es zeigt sich, dass man eine Wahl gewinnen kann, indem man Zukunftsthemen anspricht, die in den letzten Jahren zu kurz gekommen sind“.  Er findet aber auch nachdenkliche Worte: „Wir müssen mit diesen 10,5 Prozent verantwortungsvoll umgehen, dafür jeden Tag neu arbeiten – das ist unsere Lektion aus 2009.“

Mit Markus Frohnmaier wird der Wahlkreis Böblingen in den nächsten vier Jahren auch von einem AfD-Politiker vertreten sein. Der 26-Jährige zählt zum völkisch-nationalistischen Flügel der Partei, dem immer wieder rassistische Tendenzen nachgesagt werden. Frohnmaier sprach am Abend am Telefon von einem „wunderbaren Ergebnis“. Mit über 13 Prozent der Stimmen sei seine Partei nun bereit, „eine echte demokratische Erneuerung im Parlament zu bieten“, erklärte er.

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Detaillierte Ergebnisse 2017:

Wahlkreis Böblingen

Aidlingen - Altdorf - Böblingen - Bondorf - Deckenpfronn - Ehningen - Grafenau - Gärtringen - Gäufelden - Herrenberg - Hildrizhausen - Holzgerlingen - Jettingen - Leonberg - Magstadt - MötzingenNufringen - Renningen - Rutesheim - Schönaich - Sindelfingen - Steinenbronn - Waldenbuch - Weil der Stadt - Weil im Schönbuch - Weissach

Außerdem:

Wahlkreis Nürtringen (mit Steinenbronn und Waldenbuch)

Wahlkreis Ludwigsburg WK 265 (mit Weissach)

 

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