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Bundestagswahl: CDU und SPD brechen ein, AfD stark

FDP zieht als viertstärkste Kraft wieder ins Parlament ein, Grüne und Linke gewinnen leicht hinzu

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    Entsetzen bei der CDU im Böblinger Paladion (vorne von rechts):der Landtagsabgeordnete Paul Nemeth, der CDU-Direktkandidat Marc Biadacz, seine Frau Tine Stierle und die Landtagsabgeordnete Sabine Kurtz / Foto: Thomas Bischof

Bei der Bundestagswahl 2017 sahen die Hochrechnungen gegen 22 Uhr folgendes Ergebnis vor: Die CDU/CSU kommen demnach auf 33,0 Prozent (Ergebnis 2013: 41,5 Prozent), die SPD auf 20,6 (25,7), die AfD auf 12,8 (4,7). Die FDP zieht mit 10,6 Prozent (2013: 4,8) wieder deutlich ins Parlament ein, die Grünen kommen auf 9,1 (8,4) und die Linken auf 8,9 (8,6).

Artikel vom 24. September 2017 - 22:38

KREIS BÖBLINGEN (krü). Entsetzen bei den Volksparteien: Die CDU/CSU und die SPD haben auf Bundesebene krachende Wahlniederlagen eingefahren. Entsprechend war die Stimmung auch im Kreis Böblingen, zum Beispiel bei der SPD-Wahlparty in Maichingen oder bei der CDU im Böblinger Paladion.

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Dass die SPD bereits um 18.10 Uhr auf Bundesebene bekannt gab, nicht mehr für eine Regierungsbildung zur Verfügung zu stehen, schied die Fortführung der Großen Koalition früh als Option aus. Dafür kam die sogenannte Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, FDP und Grüne (schwarz-gelb-grün) schnell in den Fokus - mit unterschiedlichen Bewertungen einzelner Betroffener.

Biadacz gewinnt Direktmandat, Toncar und Frohnmaier ziehen auch ein

Im Kreis Böblingen war schnell Gewissheit, was vorher bereits erwartet worden war. Den Wahlkreis Böblingen vertreten in Berlin ab der kommenden Legislaturperiode der direkt gewählt Marc Biadacz (CDU) sowie Florian Toncar (FDP) und Markus Frohnmaier (AfD).

 

 

Bei der SPD war der Jammer groß: "Das Ergebnis für die Bundes-SPD ist bitter", sagte die Böblinger SPD-Kandidatin Jasmina Hostert, "ich kann nur unterstützen, dass wir jetzt in die Opposition gehen." Sie selbst habe einen intensiven Wahlkampf geführt und viel dazugelernt. "Mir war schon vor einigen Tagen klar, dass es nicht reichen würde", sagte sie. Das sei schade, aber nunmal die Realität.

Bei den Grünen zeigte sich der Sindelfinger Kandidat Tobias Bacherle sehr zufrieden: "Wir haben uns deutlich gesteigert gegenüber 2013 und gegenüber der Umfragen", befand er. Dass nun bereits eine Jamaika-Koalition (schwarz-gelb-grün) favorisiert wird, sieht er kritisch: "Das wird nicht einfach - Regieren ist kein Selbstzweck", betonte er, "konsequenter Klimaschutz und humane Flüchtlingspolitik sind für mich da die Knackpunkte." Nur wenn der FDP einfalle, dass sie eine liberale Partei ist, könnte es gehen. Seine Parteifreundin und Landtagsabgeordnete Thekla Walker sah die Jamika-Pläne gelassener: "Man kommt zwar von verschiedenen Seiten, aber wir sind kompromissfähig."

Der Linke-Kandidat für den Kreis Böblingen, Richard Pitterle, war am Abend der erste, der im Böblinger Landratsamt aufschlug und dort ein Statement abgab: "Das Ergebnis der AfD ist bedenklich, vor allem weil da Rassisten und Rechtsradikale in den Bundestag einziehen", sagte er. Zum Ergebnis der Linken bei etwa 9 Prozent: "Wir hätten gerne die zehn Prozent erreicht. Das haben wir zwar nicht geschafft, aber immerhin haben wir zugelegt." Das Ergebnis der SPD sei desaströs, aber er empfinde da keine Schadenfreude: "Denn wir können nur gemeinsam mit den Sozialdemokraten etwas verändern in diesem Land."

Mit der Anzahl der abgegebenen Erststimmen wird über den direkten Einzug dieser Kandidaten in den Bundestag entschieden. Mit der Zweitstimme wird die prozentuale Verteilung der Sitze ermittelt. Wer über diesen Weg in den Bundestag einzieht, entscheidet sich über die Landeslisten der Parteien.

► Alle Infos zu den Kandidaten im Kreis Böblingen

 


 

Detaillierte Ergebnisse 2017:

Wahlkreis Böblingen

Aidlingen - Altdorf - Böblingen - Bondorf - Deckenpfronn - Ehningen - Grafenau - Gärtringen - Gäufelden - Herrenberg - Hildrizhausen - Holzgerlingen - Jettingen - Leonberg - Magstadt - MötzingenNufringen - Renningen - Rutesheim - Schönaich - Sindelfingen - Steinenbronn - Waldenbuch - Weil der Stadt - Weil im Schönbuch - Weissach

Außerdem:

Wahlkreis Nürtringen (mit Steinenbronn und Waldenbuch)

Wahlkreis Ludwigsburg WK 265 (mit Weissach)

 

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