"Auf ein Luther" schmeckt Jury am besten

Der Darmsheimer Klaus Becker hat mit seinem Entwurf beim Etikettenwettbewerb für das Reformationsbier am meisten überzeugt

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    Goldener Zweiter: Tobias Heise aus Schönaich hat sich viel Mühe gegeben Grafik: Heise
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    Platz eins: Klaus Beckers "Auf ein Luther" erhält die meisten Stimmen der Jury Grafik: Becker
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    Der Entwurf von Karsten Peplau aus Böblingen schafft es auch aufs Treppchen Grafik: Peplau
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    Jury mit Gewinner (v.l.): Dekan Dr. Bernd Liebendörfer, Lotte Eckert (Braumanufaktur), Klaus Becker und Carsten Eckensberger (ev. Kirche) Foto: TB

Insgesamt 36 Hobby-Grafiker haben sich an den Zeichentisch gesetzt und ein Etikett für das Böblinger Reformationsbier entworfen. Die evangelische Kirche hat den Wettbewerb gemeinsam mit der Schönbuch Braumanufaktur und der KREISZEITUNG ausgelobt. Die Entscheidung der Jury fiel denkbar knapp aus.

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Einsendungen Etiketten-Wettbewerb
Alle Einsendungen des Etiketten-Wettbewerbs zum Böblinger Reformationsbier (Reihenfolge von Platz Drei an ohne jegliche Wertung)
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Artikel vom 06. Juni 2017 - 17:30

BÖBLINGEN (red). Eigentlich wollte Klaus Becker ja gar nicht mitmachen. "Mein jüngerer Bruder hat mich dann überredet", sagt der Darmsheimer. "Dann hab ich mich mal drangesetzt an das Etikett. Was aber gar nicht so einfach war", sagt der 66-Jährige. Doch der Hirnschmalz war gut investiert: Beckers Entwurf hat letztlich das Rennen gemacht und sich gegen die restlichen rund 50 Skizzen durchgesetzt, die die 35 anderen Teilnehmer eingesandt haben. Sie alle wollten das Etikett des Reformationsbieres gestalten, das an den Feierlichkeiten zu 500 Jahren Reformation in Böblingen ausgeschenkt werden wird.

"Vor allem, weil Becker die gestellte Aufgabe mustergültig gelöst hat", sagt Dekan Dr. Bernd Liebendörfer, "gebührt ihm zu recht der erste Platz. Das Etikett hat mit der Stadtkirche einen Bezug zu Böblingen und Luther steht für die Reformation". Doch den Ausschlag gab am Ende der Spruch "Auf ein Luther". Deshalb freut sich auch Lotte Eckert, die Schwester von Schönbuch-Braumanufaktur-Geschäftsführer Werner Dinkelaker und Mit-Urheberin des Wettbewerbs, dass der Becker-Entwurf gewonnen hat: "Der Spruch gibt dem ganzen den nötigen Pep, das geht einfach leicht von den Lippen." Leicht fiel die Entscheidung der Jury - bestehend aus je drei Vertretern von Kirche, Brauerei und Zeitung - allerdings nicht wirklich.

"Wir hatten schon bei einigen sehr guten Entwürfen Bauchschmerzen, sie nicht unter den Besten zu platzieren", sagt der Dekan. Mal fehlte bei einem grafisch sehr ansprechenden Entwurf der Bezug zu Böblingen oder eine Idee fiel aus rechtlichen Gründen durch. Vor allem zwischen Platz eins und zwei entbrannte in der Jury eine Diskussion. Tobias Heise aus Schönaich hat sich besonders viel Mühe gegeben und ein altertümliches Etikett mit dem Wort "Reformationsbier" in einer auffälligen Kalligrafie eingesandt (siehe Bild). Von Anfang an Favorit, reichte es bei ihm letztlich nur knapp zu Platz zwei. Auch der Böblinger Karsten Peplau kam mit seinen magentafarbenen Vorschlägen zum Etikett weit nach vorne und reiht sich direkt dahinter ein. Bei Klaus Becker allerdings stimmte einfach alles.

Zeichnung in schwarz-weiß abfotografiert

"Ich habe dazu recht viel recherchiert", sagt er. Die Hintergrundfarbe des Etiketts beispielsweise sei der Papierfarbe der Luther-Bibel nachempfunden. Die Zeichnung der Stadtkirche stammt aus der Feder des erst kürzlich verstorbenen langjährigen Böblinger Gemeinderats Dr. Helmut Breymaier. Sie hat der Hobby-Designer Becker in schwarz-weiß abfotografiert und dann digitalisiert. "Ich fotografiere in meiner Freizeit gerne ambitioniert. So bin ich zum Grafikdesign gekommen", sagt er. Für Freunde und Verwandte gestaltet Becker manchmal Hochzeits- oder Einladungskarten. Beruflich allerdings kommt er nicht aus dieser Ecke: Sein Arbeitsleben verbrachte er beim Technischen Hilfswerk und in der Entwicklungsabteilung von Mercedes-Benz.

Gemeinsam mit Ehefrau Hannelore ist Becker aber schon vor Jahren auf Luthers Spuren gewandelt. "Wir waren damals auch auf der Wartburg und haben die Schreibkammer besichtigt, in der Luther die Bibel ins Deutsche übersetzt hat - ganz schön spartanisch!", erinnert sie sich. So vorgebildet kam Klaus Becker die zündende Idee womöglich leichter in den Sinn.

Nachdem das Sieger-Etikett nun feststeht und bald gedruckt wird, beginnen dieser Tage schon die Vorbereitungen zu der Sonderedition in der Brauerei. Ausgeschenkt werden soll das Bier dann erstmals beim Reformationsfest am Oberen See von 13. bis 16. Juli. Dort werden die drei Erstplatzierten auch noch einmal offiziell gewürdigt. Außerdem zeigt die Kirche dort alle Einsendungen des Wettbewerbs in einer kleinen Ausstellung.

► Alle Informationen über den Wettbewerb und das Reformationsjubiläum

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