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Fliegerbombe in Böblingen in der Nacht entschärft

Fund bei Bauarbeiten am Nachmittag - Sperrung und Evakuierung ab 20 Uhr - Kongresshalle als Sammelplatz

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    Die Evakuierung läuft / Foto: SDMG / Dettenmeyer
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    Leerer Busbahnhof / Foto: SDMG / Dettenmeyer
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    Entschärft: die 130-Kilogramm-Bombe / Foto: SDMG/Dettenmeyer
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    Der Bereich um den Fundort war ab 20 Uhr gesperrt / Foto: SDMG/Dettenmeyer

Eine 130-Kilogramm-Fliegerbombe hat am Freitagabend Teile Böblingens lahmgelegt. Gegen 1 Uhr in der Nacht war die Entschärfung des Sprengkörpers erfolgreich vollzogen. Etwa um 16 Uhr war die Bombe bei Bauarbeiten für den neuen Schönbuchbahn-Betriebshof in der Talstraße gefunden worden. Ab etwa 20 Uhr sperrte die Polizei im Umfeld von 300 Metern die Straßen und evakuierte in diesem Bereich die Häuser. Viele Anwohner fanden Zuflucht in der Kongresshalle. Der Busbahnhof war gesperrt, ab 23 Uhr wurde der Bahnverkehr eingestellt. Ab 1.15 Uhr konnten die Betroffenen dann in ihre Wohnungen zurück.

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Bombenfund in Böblingen
Der Bereich an der Talstraße wurde evakuiert, viele kamen in der Kongresshalle unter.
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Artikel vom 27. Februar 2017 - 15:53

BÖBLINGEN. Glück im Unglück: Es handelt sich diesmal "nur" um einen 130 Kilogramm schweren Blindgänger – in den vergangenen Jahren mussten in Böblingen auch schon mächtigere Kaliber, ebenfalls Hinterlassenschaften aus dem Zweiten Weltkrieg, unschädlich gemacht werden. Die Fliegerbomben, die zuletzt in Sindelfingen gefunden worden waren, hatten das doppelte Gewicht.

Polizei, Feuerwehr und das Rote Kreuz wurden in Böblingen sofort in Alarmbereitschaft versetzt, der Kampfmittelbeseitigungsdienst herbeigerufen. In der Leitstelle der Böblinger Feuerwehr wurde eine Notfallzentrale eingerichtet. Im Einsatz waren am Abend dann etwa 60 Feuerwehrleute, etwa 50 Polizisten und an die 30 DRK-Helfer.

Evakuierung im Umkreis von 300 Metern: Betroffen von der Evakuierung war der Bereich zwischen Karlsstraße und Calwer Straße und auf der anderen Seite der Gleise der Bereich an der Ensinger Straße und der Konrad-Zuse-Straße. Wie die Stadt Böblingen mitteilte, sind im Evakuierungsgebiet 1534 Personen gemeldet.

Für Betroffene, die nicht bei Freunden und Verwandten während der Evakuierung Unterkunft fanden, war eine Sammelunterkunft in der Kongresshalle Böblingen eingerichtet. Die Stimmung war dort entspannt. Helfer verteilten Essen, Familien erholten sich vom Schreck, Kinder spielten auf der Bühne - alle fühlten sich sicher.

„Alles ist bislang sehr gut gelaufen“, berichtete der städtische Pressesprecher Wolfgang Pfeiffer um kurz nach 22 Uhr.

Entschärfung: Tatsächlich war die Evakuierung vollständig erst um 23.30 Uhr abgeschlossen, wie die Feuerwehr vermeldete. Dann konnte die Entschärfung der Bombe durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst tatsächlich stattfinden, die nochmals insgesamt 90 Minuten in Anspruch nahm. Um 1.10 Uhr meldete die Feuerwehr in ihrem Live-Ticker: "Die Bombenentschärfung ist abgeschlossen. Die Sperrung der Gebiete wird nun wieder aufgehoben. Alle Bewohner können in Ihre Wohnungen zurück. Gute Nacht."

 


 

Deja-Vu: Erst vor zehn Tagen waren kurz hintereinander zwei Fliegerbomben auf dem Gelände des Mercedes-Benz-Werks in Sindelfingen gefunden worden und hatten an zwei Abenden für Aufregung gesorgt. Sowohl die Evakuierungen als auch die Entschärfungen liefen dort aber reibungslos ab.

► Entschärfung der ersten Bombe in Sindelfingen (15. Februar)

► Entschärfung der zweiten Bombe in Sindelfingen (16. Februar)

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