Viele Briten wollen Deutsche werden

Bei der letzten Einbürgerungsfeier in diesem Jahr wurden 67 von insgesamt 838 neuen Staatsbürger im Landkreis begrüßt

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    Begrüßung der neuen Staatsbürger im Kreis Böblingen: Der Landrat verteilte zum Abschluss des Jahres 67 Staatsbürgerurkunden Foto: red

Vor Kurzem fand im Landratsamt Böblingen die siebte offizielle Einbürgerungsfeier des Landkreises statt. Im Rahmen eines gemeinsamen Gelöbnisses verlieh der Landrat Roland Bernhard 67 Antragstellern die Staatsbürgerschaftsurkunde und hieß sie somit als deutsche Staatsbürger willkommen.

Artikel vom 07. Dezember 2016 - 11:42

KREIS BÖBLINGEN (red). Aus 24 verschiedenen Herkunftsländern stammen die neuen Staatsbürger. Unter den Eingebürgerten befinden sich unter anderem Staatsangehörige aus Algerien, Sri Lanka, dem Kosovo sowie Antragsteller aus der EU. Besonders auffällig, so das Landratsamt in einer Pressemitteilung, war am Mittwoch der mit zehn Personen hohe Anteil an britischen Staatsbürgern. Der Landrat bedankte sich bei den Antragstellern für die Entscheidung, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen. "Die Einbürgerung ist ein großer persönlicher Schritt, der zeigt, dass Deutschland nicht nur ein Wohnort sondern eine Heimat geworden ist", so der Landrat.

Die Zahl der Einbürgerungen in diesem Jahr steigt um elf Prozent

Aktuelle politische Ereignisse haben ebenfalls einen Einfluss auf das Einbürgerungsinteresse, heißt es weiter. Dass in diesem Jahr bereits 45 Anträge von Menschen aus Großbritannien eingegangen seien, statt wie im Vorjahr sechs, zeige dass die Freizügigkeit innerhalb der EU gut funktioniere. "Viele von ihnen lebten bereits seit 20 bis 30 Jahren hier, ohne dass sie als EU-Bürger irgendwelche Nachteile hatten. Jetzt möchten sie durch die Einbürgerung unabhängig des weiteren Verlaufs der Brexit-Verhandlungen in Deutschland bleiben können", fasste Bernhard zusammen.

Im vergangenen Jahr wurden 838 Ausländer im Kreis Böblingen eingebürgert. Dies entspricht einer Steigerung im Vergleich zum Vorjahr von elf Prozent. Die neuen Staatsangehörigen vollzogen ihre Einbürgerung zusammen mit ihren Familien.

Die Antragsteller werden durch die Einbürgerung zu gleichberechtigten Bürgern der Bundesrepublik Deutschland. "Dies bringt viele Vorteile mit sich", erklärte Landrat Bernhard. "Deutschland ist ein freiheitliches Land mit einem funktionierenden demokratischen System. Das aktive und passive Wahlrecht ermöglicht die Partizipation in politischen Prozessen, der Sozialstaat steht jedem Staatsbürger in Notsituationen zur Seite und das deutsche Bildungssystem eröffnet hervorragende Entwicklungschancen", zählt Bernhard auf.

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