Die ARD als Zaungast bei den Politsenioren

Seniorenunion Böblingen bekam bei der Aufarbeitung der Wahlschlappe Kamerabesuch

Artikel vom 07. April 2016 - 17:00

BÖBLINGEN (red). Großer Auftritt für die Böblinger CDU-Senioren. Vor wenigen Tagen war der Partei-Spross im Fernsehen. "Hellwach wollen sie sein, die Senioren der CDU Böblingen", so beginnt Thomas Stephan in den Tagesthemen der ARD am 30. März seinen Bericht über die Veranstaltung der Senioren Union Böblingen. Wolfgang Heubach sprach über die "Analyse der Ergebnisse der Landtagswahl".

Just an diesem Tag wurde von den verschiedenen Gremien der CDU in Stuttgart beschlossen, Koalitionsverhandlungen mit den Grünen aufzunehmen. So aktuell war die Senioren Union Böblingen mit ihrem Thema, dass das "Erste" sich meldete, um die Stimmung an der Basis aufzufangen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Weiter heißt es in dem Bericht von Thomas Stephan in den Tagesthemen ". . .und wachen Auges sehen sie auf das, was im Ländle nun auf ihre Partei zukommt." Nach diversen Interviews mit einzelnen Teilnehmern ist das Fazit: "Die Senioren zwischen Pragmatismus und Verärgerung. Die Senioren Union in Böblingen wird die Koalitionsverhandlungen begleiten, hellwach, wie immer."

"Senioren Union CDU Hellwach" ist das Logo auf dem Roll Up des Kreisverbandes Böblingen der Senioren Union mit Motiven der Stadtverbände; Thomas Stephan hat dieses "hellwach" inspiriert. Das Thema: "Analyse der Ergebnisse der Landtagswahl" zog rund 50 Teilnehmer an, sogar interessierte Senioren aus Leonberg waren gekommen. Anschließend an den Vortrag von Wolfgang Heubach folgte eine äußerst lebhafte Diskussion

Es ist "ganz dick" gekommen

Als "historische Niederlage in mehrfacher Hinsicht" bezeichnete der Journalist und langjährige CDU-Kreisvorsitzende Wolfgang Heubach den Ausgang der baden-württembergischen Landtagswahl vom 13. März diesen Jahres. Nachdem die CDU am 28. März 2011 nach 58 Jahren Regierungstätigkeit in die Opposition gehen musste, sei es fünf Jahre später "ganz dick" gekommen: Die CDU sei bei einer Landtagswahl auf 27 Prozent abgesackt und habe damit gegenüber 2011 zwölf Prozent verloren. Damit konnte sie von den ursprünglich 60 Direktmandaten lediglich noch 22 gewinnen. Schlimmer noch: Im Landkreis Böblingen habe die CDU erstmals in der Geschichte kein Direktmandat mehr errungen.

Bei den seitherigen 16 Landtagswahlen in Baden-Württemberg habe die CDU mit 27 Prozent das absolut schlechteste Ergebnis erzielt, das bislang bei 36 Prozent bei der ersten Landtagswahl 1952 gelegen habe. "Damit hat die CDU einen absoluten Tiefpunkt erreicht", bilanzierte Heubach. Dies werde auch in den Ergebnissen der beiden Wahlkreise fünf (Nemeth) und sechs (Kurtz) deutlich. "Einen derartigen politischen Gau hat niemand für möglich gehalten", kommentierte Heubach.

Er nannte die Popularität von Ministerpräsident Kretschmann und vor allem die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung als Ursachen für die Niederlage. Diese jedoch deshalb nur an der Person ihres Spitzenkandidaten Guido Wolf festmachen zu wollen, sei falsch und zu einfach. In Anbetracht der historischen Dimension dieser Landtagswahl hätte sich Wolfgang Heubach als allererstes die Diskussion mit der Basis und an der Basis gewünscht. Jetzt sei praktisch die Luft raus, denn über ein mögliches Verhandlungsergebnis mit den Grünen werde man sicherlich nicht die CDU-Mitglieder abstimmen lassen.

Heubach machte klar, dass Koalitionsverhandlungen keine Kapitulationsverhandlungen seien und Gründlichkeit vor Schnelligkeit gehe. In Anbetracht der seiner Meinung nach wenigen Schnittmengen in der Sachpolitik müsse gründlich und ohne Zeitdruck verhandelt werden. Und: "Die CDU muss sich zwingend in den Inhalten wieder finden. Wir können Kernpositionen nicht einfach fallen lassen. Denn im nächsten Jahr stehen die Bundestagswahlen vor der Tür. Nicht zuletzt geht es auch um unsere Glaubwürdigkeit."

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