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E-Mail: Dringlichkeit falsch eingeschätzt?

Artikel vom 29. August 2014

BÖBLINGEN (dih). In einer Antwort auf einen von Böblingens Oberbürgermeister Wolfgang Lützner verfassten offenen Brief zu den Vorgänge an der Eduard-Mörike-Schule hat Kirchenrat Georg Eberhardt unter anderem geantwortet, dass die Arbeitsstelle für Weltanschauungsfragen schon am 16. Mai 2014 eine elektronische Nachricht ans Böblinger Rathaus versandt hatte, um über die Vorfälle in Sachen Verbindung von Schulleiterin zu einer Psychogruppe zu unterrichten - und "es wurde ausdrücklich ein Gespräch angeboten" (die KRZ berichtete).

Die KRZ hat herausgefunden, dass die E-Mail über den Ersten Bürgermeister Ulrich Schwarz schließlich im Postfach von Angela Huber, Leiterin des Staatlichen Schulamts Böblingen, landete. Diese habe laut einer ersten Pressemitteilung aus dem Rathaus erklärt, sich um die Angelegenheit kümmern zu wollen, die Stadt brauche nicht aktiv zu werden. Auf Anfrage der KRZ, wie sie mit der Nachricht aus der Arbeitsstelle für Weltanschauungsfragen weiter vorgegangen sei, antwortete sie: "Wenn es konkrete Vorfälle und belastbare Grundlagen gibt, die eine Prüfung erforderlich machen, gehen wir davon aus, dass diese uns zur Prüfung vorgelegt werden."

Nun ist Schwarz aus dem Urlaub zurückgekehrt und hat sich gegenüber der KRZ selbst zur E-Mail-Geschichte geäußert. Demnach habe Huber ihm erklärt, dass ihr die darin enthaltenen Vorwürfe bekannt seien, aber sie diese für nicht so dringlich erachte. Man habe sich deshalb geeinigt, sich dazu im Juli zu einem Gespräch zu treffen. Dann sei dieses Treffen nicht zustande gekommen, ein neues sei für den September vorgesehen gewesen.

Die Dringlichkeit des Themas zeigt nun: Besser wäre es gewesen, gleich zu handeln.

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