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OB Lützner schickt offene Briefe an RP und Landeskirche

Eduard-Mörike-Schule

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    Böblingens Oberbürgermeister Wolfgang Lüthner (rechts) mit Regierungspräsident Johannes Schmalzl. KRZ-Foto: Ruchaay-Chiodi

Artikel vom 15. August 2014 - 07:40

BÖBLINGEN (dih). In einer Gemeinderatssitzung am 30. Juli hat Böblingens Oberbürgermeister Wolfgang Lützner "klare Stellungnahmen" von staatlichen Stellen zu den geäußerten Vorwürfen rund um die Vorfälle an der Eduard-Mörike-Schule (EMS) gefordert, im Interview mit der KRZ, das in unserer Mittwochausgabe erschienen ist, hat er diese Forderung wiederholt. Um dieser Nachdruck zu verleihen, hat er nun zwei öffentliche Briefe verfasst, in denen er jeweils strukturiert formulierte Fragen stellt und um "zeitnahe Beantwortung" bittet. Ein Brief ging an den Regierungspräsidenten Johannes Schmalzl, ein anderer an den Landesbischof Dr. Otfried July.
   Die erheblichen Vorwürfe, die gegen eine Schulleitung in Böblingen erhoben worden sind, scheinen sich mittlerweile auf eine größere Anzahl von Lehrkräften auszudehnen, schreibt Lützner. "Nach meinen Beobachtungen weitet sich der Vorgang auf Nachbarschulen, Nachbarstädte und -kommunen aus", formuliert er und begründet damit "dringenden Handlungsbedarf".
   Mit als Auslöser dieser Vorgänge sei für ihn ein in Umlauf befindliches Schreiben der Arbeitsstelle für Weltanschauungsfragen der evangelischen Landeskirche, weshalb er sich auch fragend an Landesbischof July gewandt habe.

     Fragen an Johannes Schmalzl: "Ist der Schulbehörde das Schreiben der Arbeitsstelle für Weltanschauungsfragen bekannt?", möchte Lützner wissen. Und: "Wenn ja, seit wann?" Zudem interessiert ihn, welche Bedeutung diesem Schreiben beigemessen wird.
   Ein zweiter Fragenkatalog soll die Vorwürfe gegen die Schulleitung der EMS abarbeiten. So möchte der OB erfahren: "Sind Fakten bekannt, welche die Eignung zur Leitung der Schule in Frage stellen?" Ob es Hinweise gebe, dass von Dritten über die Schulleitung und/oder andere Lehrkräfte ein unzulässiger Einfluss auf die Schule genommen werde, will er ebenso geklärt haben, wie aufgekommene Ungereimtheiten, die im Zusammenhang mit der Besetzung der Schulleiterstelle im Juli 2011 aufgekommen sind (die KRZ berichtete).
   Teil drei der oberbürgermeisterlichen Fragen dreht sich um Jutta Dierks, die in Böblingen eine Psychologische Lehr- und Beratungsstelle betreibt. Ob die Angaben, die Dierks auf ihrer seit kurzem online gestellten Homepage macht, zutreffend sind, möchte Lützner wissen. "Hat die Schulbehörde Informationen über die beratende Tätigkeit von Jutta Dierks?", fragt er - und "wenn ja, wird diese als pädagogisch und/
oder rechtlich problematisch eingeschätzt?"
   In einem vierten Teil geht Wolfgang Lützner auf das Schulleben an der EMS nach den Sommerferien ein und fragt diesbezüglich unter anderem, was die Schulbehörde unternimmt, um dort zeitnah eine Verbesserung des Schulklimas zu erreichen. Zudem geht er zum Abschluss auf eine Fremdevaluation ein, die an der EMS erfolgt sein soll und bittet auch diesbezüglich um Aufklärung.
   Fragen an Dr. Otfried July: An den Landesbischof hat sich Lützner gewandt, um von höchster Stelle aus hilfreiche Hintergrundinformationen zum Schreiben der Arbeitsstelle für Weltanschauungsfragen zu erhalten. Ein Schreiben, das nach seiner Einschätzung "nicht gerade ein Paradebeispiel für eine saubere Sachverhaltsaufarbeitung beziehungsweise -darstellung ist". Also möchte er unter anderem erfahren, welchen Auftrag die Arbeitsstelle hat, ob konkrete Vorwürfe gegen die Leiterin der EMS vorliegen, wie die Arbeit des Friedrich Liebling (Anmerkung der Redaktion: Begründer der Zürcher Schule), die Arbeit von Jutta Dierks oder die Ideologie der Zürcher Schule selbst eingeschätzt wird, sowie ob und und wie Liebling, Dierks, Zürcher Schule und Schulleiterin der EMS in Verbindung stehen.

=> Bisher veröffentlichte Artikel und Leserbriefe zum Thema

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