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Schönbuchtunnel wird ab 31. März saniert - Hohe Staugefahr

Kreis Böblingen

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    Neue Stauwarntafeln an der A 81 vor den Einfahrten zum Schönbuchtunnel sollen heute in Funktion gehen. Mit Beginn der Bauarbeiten Ende März folgt die Wechsel-Verkehrszeichenanlage Foto: hds

Der 35 Jahre alte Schönbuchtunnel wird ab Ende März grundsaniert. Vor allem Sicherheitstechnik wird nachgerüstet. Der Bund gibt dafür 24 Millionen Euro aus. Die unangenehme Folge für Autofahrer: Wegen der Verengung der vier Fahrspuren und Teilsperrungen ist über zwei Jahre mit Staus zu rechnen.

Artikel vom 11. März 2014 - 14:21

KREIS BÖBLINGEN (red). Nach einer europaweiten Ausschreibung war der Auftrag für die bauliche und betriebliche Instandsetzung des Schönbuchtunnels im Januar an die Arbeitsgemeinschaft Leonhard Weiss aus Baden-Württemberg und OSMO Anlagenbau aus Niedersachsen erteilt worden. Kernstück der Arbeiten ist die Nachrüstung des gut 600 Meter langen Tunnels auf das heutige Sicherheitsniveau.
Die Arbeiten beginnen am 31. März und dauern etwa zwei Jahre. Es werden Baukosten in Höhe von insgesamt zirka 24 Millionen Euro veranschlagt, die vom Bund getragen werden. Erneuert wird die Tunnelentwässerung und die Löschwasserversorgung. Darüber hinaus werden die Notgehwege angepasst und eine allgemeine Betoninstandsetzung an der Innenschale durchgeführt. Als Beitrag zur Verkehrssicherheit werden die Tunnelwände drei Meter hoch hell beschichtet.
Bei der betrieblichen Instandsetzung werden alle für den Betrieb und die Sicherheit notwendigen technischen Anlagenteile vollständig erneuert, so das Regierungspräsidium. Dazu gehören neue Ventilatoren, eine neue Tunnelbeleuchtung, eine Lautsprecheranlage, Videoüberwachung, Brandmeldeanlage, Notrufeinrichtungen und Fluchtwegbeschilderung, eine Druckerhöhungsanlage für das Löschwasser sowie die Erneuerung der Tunnelsteuerung. In den Tunnelvorfeldern werden neue Verkehrszeichen in LED-Technik aufgestellt.
Im Zuge der für die Tunnelarbeiten erforderlichen Verkehrsführungen werden auch noch zwei Brückenbauwerke südlich des Tunnels grundhaft saniert sowie die Asphaltfahrbahn im Tunnel und in den Tunnelvorfeldern erneuert.
Die Baumaßnahme wird in vier Bauphasen realisiert. Während der Bauarbeiten wird eine sogenannte 3+1-Verkehrsführung eingerichtet. Das heißt in der Tunnelröhre, die sich nicht im Bau befindet, sind drei Fahrstreifen vorhanden, zwei eingeengte Fahrstreifen und ein übergeleiteter Fahrstreifen der Gegenrichtung. In der Röhre, die sich im Bau befindet, verbleibt ein Fahrstreifen. Somit werden tagsüber die geplanten Bauarbeiten unter Aufrechterhaltung der vorhandenen vier Fahrstreifen durchgeführt. Nachts wird der Fahrstreifen in der Röhre, die sich im Bau befindet, gesperrt, so dass die Bauarbeiten auf die gesamte Tunnelröhre ausdehnt werden können. Bei 65 000 bis 75 000 Fahrzeugen pro Tag und einem überdurchschnittlich hohen Lkw-Anteil von 15 bis 18 Prozent hätte eine Reduzierung auf einen Fahrstreifen pro Richtung tagsüber zum Verkehrsinfarkt geführt.
Auf beiden Seiten des Schönbuchtunnels sind bereits mobile Stauwarnanlagen installiert worden, um die Verkehrsteilnehmer rechtzeitig vor dem Stauende zu warnen. Zusätzlich zur mobilen Stauwarnanlage wird bei dieser Baumaßnahme erstmalig eine mobile Wechsel-Verkehrszeichenanlage errichtet und an die bestehende Tunnelsteuerungsanlage angeschlossen. Die nächtlichen Sperrungen einer Tunnelröhre können somit schnell und ohne größeren Aufwand bewerkstelligt werden, zudem kann mit der Anlage flexibel auf verschiedene Verkehrslagen reagiert werden.
Die mobile Stauwarnanlage wird heute in Betrieb genommen. Am Mittwoch wird die mobile Wechselverkehrszeichenanlage getestet, um zum Baubeginn im Tunnel die Verkehrsteuerung übernehmen zu können. Ab Montag, 31. März wird mit der Einrichtung der Verkehrsführungen der Bauphase 1 begonnen. Die Bauarbeiten beginnen in der Weströhre in Fahrtrichtung Singen auf der linken Seite des Tunnels.
Über Webcams soll die Verkehrslage vor den beiden Tunnelportalen erfasst, an die Landesstelle für Technik übermittelt und ins Internet gestellt werden. Aktuelle Informationen über Straßenbaustellen im Land können dem Baustelleninformationssystem (BIS) des Landes unter www.baustellen-bw.de entnommen werden. Unter www.svz-bw.de liefern an verkehrswichtigen Stellen auf Autobahnen und Bundesstraßen installierte Webcams jederzeit einen Eindruck von der momentanen Verkehrslage.

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