Der Breaze-Faktor überzeugt

Band mit Musikern aus dem Kreis Böblingen covert Songs mit dem gewissen Etwas

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    Im Raum Esslingen kennt man die Musiker von Breaze. In ihrem Heimatkreis Böblingen soll das bald auch so sein Foto: svo

Von Steffen Volkmer

Artikel vom 23. Februar 2014 - 17:48

BÖBLINGEN. Man muss sich schon ein wenig wundern, dass diese Band, die es seit bereits dem Jahr 2005 gibt, im Kreis noch immer eher ein Geheimtipp ist, obwohl die Mehrzahl der Mitglieder hier zuhause ist.

"Das ist schon etwas seltsam, da wir hier ja eigentlich nur zur Haustüre raus müssen", sagt der in Döffingen lebende Alexander Gaiswinkler am Rande des letzten Auftritts der Band am Freitagabend im Blauen Haus in Böblingen. Bei dem Konzert sorgte die Band, die bekannte Songs aus den Bereichen Soul, Funk, Rock, Pop bis hin zu Rap covert, vom ersten Ton an für Begeis-terung: Es wurde getanzt und bei bester Stimmung gefeiert.

Alexander Gaiswinkler ist erst seit kurzer Zeit fester Bestandteil der Combo. Er hat aber schon das eine oder andere Mal ausgeholfen und erklärt weiter: "Es gibt hier in Böblingen und im Kreis einfach auch nur ganz wenige Live-Clubs, wo man so auftreten kann." Ein paar Mal seien sie bei der Polarnacht dabei gewesen, aber eigentlich sind die meisten ihrer Auftritte im Esslinger Raum. "Das hat sich irgendwie so ergeben und wenn wir dort spielen, haben wir immer volles Haus", erzählt Drummer Sebastian Barth, der aus Herrenberg stammt und jetzt in Deizisau lebt. "In Esslingen haben haben wir uns über die Zeit eine Bekanntheit erspielt. Aber wenn man woanders auftritt, muss man sich sein Publikum erst erspielen." Er kam 2006 dazu - eigentlich als "Ersatz, vom Ersatz", erzählt er. "Ein Bekannter von mir sollte eigentlich einspringen, konnte aber nicht. Dann habe ich bei dem Gig gespielt und das hat dann wohl so gut funktioniert, dass ich seit damals dabei bin."

Von den Bandgründern ist noch der aus Gärtringen stammende Silvestro De Vito mit dabei. Der Mann mit italienischen Wurzeln spielt Gitarre und ist einer der Sänger - mit viel Gefühl in der Stimme. Ihm zur Seite am Mikro steht (beziehungsweise bewegt sich immer) Ronnie L. Coker. Der flippige Amerikaner bringt Groove und Funk mit. Der Sänger, der in Rottenburg lebt, kam durch einen Einkauf im Sindelfinger Breuningerland zur Band. "Das war echt schräg", erinnert er sich lachend, "ich wollte da Klamotten kaufen und an der Kasse werde ich gefragt, ob ich singen könne. Ich meinte dann: Klar kann ich singen ... und schon war ich in der Band".

Auch der zweite Gitarrist Gianluca Sarra aus Warmbronn steuert neben flinken Fingern auch seine Stimme bei. Die Aidlingerin Katharina Auerswald, die beim Auftritt im Blauen Haus krankheitsbedingt fehlte, ist die weibliche Kraft am Mikro. Bass-Mann Holger Wetter kommt aus Weil im Schönbuch und komplettiert das Line-up.

Breaze hat ein umfangreiches Repertoire im Gepäck, mit dem die Band problemlos vier bis fünf Stunden füllen kann. Dabei schaffen sie es, den Liedern ihren eigenen Stil aufzudrücken - einen funky Beat mit hohem Wiederkennungswert, den sie den "Breaze-Faktor" nennen. "Wir covern die Songs nicht einfach", erklärt Sänger Ronnie, "wir tun etwas mit ihnen. Und man weiß nicht, was passiert: Manche Nummern gehen dann einfach in eine Art Jam-Session über. Das macht unseren Stil aus."

Bei der WM 2006 vorder Fan-Meile gespielt

Das fordert allerdings ein hohes technisches Niveau, was die Band von vielen anderen Cover-Bands abhebt. "Ich sehe die Musik nicht als Hobby", erklärt Sebastian Barth, "wenn ich für das, was ich mache bezahlt werde, habe ich da auch einen bestimmten Anspruch." Diese Einstellung teilt er mit seinen Bandkollegen. Silvestro De Vito unterstreicht die Aussage: "Natürlich hat das als Hobby angefangen - hat sich aber inzwischen weit davon weg entwi-ckelt." Auch wenn sie nicht von der Musik leben können und alle auch "regulären" Berufen nachgehen, nimmt die Band doch recht viel Zeit ein. "Wir üben mindestens einmal in der Woche zusammen und treten im Schnitt alle zwei bis drei Wochen auf", erklären die Musiker. Unter diesen Auftritten waren schon geschichtsträchtige Gelegenheiten: Unter anderem spielten sie auf dem letzten von Gerhard Schröder geführten Parteitag der SPD und bei der WM 2006 auf der Berliner Fan-Meile im Vorprogramm von Superstar Reamonn vor rund einer Million Zuschauer.

Dagegen nahm sich das Gig am letzten Freitag natürlich vergleichsweise klein aus, aber auch hier konnte die Band mit dem "Breaze-Faktor" überzeugen - und vielleicht kann man das Septett nun doch auch öfter in Böblingen erleben.

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