Neue Heimat für Menschen aus aller Welt

Die Zahl der ausländischen Mitbürger im Kreis Böblingen ist laut Zahlen des Statistischen Landesamts weiter gestiegen

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    Menschen aus aller Welt zieht es zunehmend auch in den Kreis Böblingen. Projekte zur Integration von ausländischen Mitbürgern erhalten deshalb zunehmend größere Bedeutung Foto: Archiv

Zukunftsaufgabe Integration: Jeder dritte Jugendliche in Baden-Württemberg hat ausländische Wurzeln. Insgesamt haben 2,9 Millionen Menschen im Land einen Migrationshintergrund, 1,3 Millionen davon besitzen keinen deutschen Pass. Im Kreis Böblingen trifft das auf 55032 Menschen zu. Das sind 1928 Ausländer mehr als ein Jahr zuvor.

Artikel vom 14. Januar 2014 - 16:54

KREIS BÖBLINGEN (teb). Menschen aus rund 170 Nationen leben in Baden-Württemberg, in die Gesellschaft integriert, sind aber längst nicht alle. Die grün-rote Landesregierung hat das Ministerium für Integration ins Leben gerufen, um den passenden politischen Rahmen zu schaffen. Für Integrationsministerin Bilkay Öney steht fest: "Nur wenn wir Offenheit und Toleranz leben, nur wenn wir Chancengerechtigkeit und Teilhabe zulassen, kann das Land seine Zukunftsfähigkeit erhalten." Projekte wie "Vielfalt gefällt! 60 Orte der Integration" wirken in diese Richtung, die Ministerin vereinfachte zudem die Einbürgerungspraxis und startete im September eine Kampagne, um die Einbürgerung ausländischer Mitbürger weiter voranzutreiben.

Nach Zahlen des Statistischen Landesamtes hatten Ende 2012 rund 2,9 Millionen Menschen in Baden-Württemberg einen Migrationshintergrund. Darunter waren 1,3Millionen Ausländer und rund 1,6 Millionen mit deutscher Staatsangehörigkeit. Damit liegt der Migranten-Anteil bei knapp 27 Prozent und damit "deutlich über dem bundesweiten Anteil von 20 Prozent", betonen die Statistiker.

Statistisch gilt als Ausländer, wer keinen deutschen Pass besitzt. Demnach lebten zum Jahresende 2012 insgesamt 55032 ausländische Männer und Frauen im Kreis Böblingen, 1928 mehr als zwölf Monate zuvor. Landesweit erhöhte sich die Zahl ausländischer Staatsbürger um rund 53000.

Die meisten ausländischen Männer und Frauen in Baden-Württemberg hatten zuletzt ihren Hauptwohnsitz in der Region Stuttgart: 421500 lebten hier. Dahinter folgten - allerdings mit deutlichem Abstand - die Regionen Rhein-Neckar (150000) und Mittlerer Oberrhein (115000). Am seltensten wohnen ausländische Mitbürger in den Regionen Ostwürttemberg (37000) und Schwarzwald-Baar-Heuberg (46000).

Die Arbeitsaufnahme, der Familiennachzug oder die deutsche Abstammung (Aussiedler) sind Gründe für die Zuwanderung. Bundesweit stammen die meisten Ausländer aus der Türkei, aus den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion und des ehemaligen Jugoslawiens sowie aus Italien.

Im bundesweiten Vergleich leben in Baden-Württemberg mehr Menschen mit jugoslawischem und italienischem Hintergrund, dafür weniger aus der ehemaligen Sowjetunion. So stammt hier mehr als die Hälfte der Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit aus der Türkei, aus Italien, Kroatien, Griechenland und Polen. Im Kreis Böblingen lebten zum Jahresende 13317Türken, 8257 Italiener, 3708 Kroaten, 4670 Griechen und 1562 Polen.

Insgesamt 49023 ausländische Mitbürger stammten aus Europa (plus 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr), darunter 23661 aus Staaten der Europäischen Union (EU) (plus 6,7 Prozent). Ihre Wurzeln außerhalb Europas hatten 6009 Einwohner (plus 8,5 Prozent).

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