Was ist an der Normalität eigentlich normal?

Kreative Schüler sind gefordert: KREISZEITUNG lobt wieder drei Preise für Texte, Songs oder Videos zum Umgang mit Behinderten aus

Artikel vom 13. Januar 2014 - 15:54

BÖBLINGEN (red). Das Recht auf Teilhabe klagen Behinderte kaum einmal ein. Dabei könnten Eltern zum Beispiel darauf bestehen, dass Kinder mit Handicaps an einer normalen Schule unterrichtet werden. Doch was bedeutet eigentlich normal, was Normalität, wenn sie vor allem dazu dient, die Trennlinien zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen aufrecht zu erhalten? Konjunktur hat derzeit vor allem das Wort Inklusion - und die Erklärungsansätze, warum dies nicht funktioniert.

Zarte Ansätze immerhin gibt es: das Café im Treff am See wird von der GWW mit behinderten und nichtbehinderten Beschäftigten betrieben. In Dagersheim entsteht der erste Kindergarten, in dem ebenfalls ohne Schranken erzogen werden soll. Integration ist ein Haus mit vielen kleinen Bausteinen. Dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit dem Anderssein von Behinderten.

Die KREISZEITUNG möchte mit ihrem Kreativwettbewerb "BarriereFreigeister" für Schülerinnen und Schüler dazu einen Baustein beisteuern. Die KRZ lobt deshalb auch dieses Jahr drei Preise für Texte, Videos oder Songs zum Thema Behinderte in der Gesellschaft aus. Mit 150, 100 und 50 Euro werden Erfahrungsberichte, Erzählungen, Gedichte, Songs oder Videoclips von der Jury honoriert, die Preise werden beim Aschermittwoch-Fischsuppenessen übergeben.

Es war nicht zuletzt das Engagement als Moderator der Wohltätigkeitsveranstaltung, das KRZ-Chefredakteur Otto Kühnle im Jahr 2007 den Medienpreis des AMSEL-Förderkreises einbrachte. Das Preisgeld von 1500 Euro bildet denn auch den Grundstock für den Schreibwettbewerb, der heuer zum fünften Mal ausgelobt wird. Damit soll ein Beitrag geleistet werden, um die Partizipation von Behinderten in der Gesellschaft ins Bewusstsein zu bringen und zu erleichtern. "Gerade junge Menschen haben eigentlich weniger Vorurteile im Umgang mit Behinderten, aber allzu oft fehlt jeglicher Kontakt in unserer Gesellschaft", sieht der KRZ-Redaktionsleiter hier nach wie vor Bedarf.

Denn eines hat sich seit seiner Zeit als Zivildienstleistender in der Leonberger Werkstatt für Behinderte und in deren Wohnheim kaum geändert: "Noch immer gibt es allzu sehr getrennte Welten, dabei könnten beide Seiten viel mehr voneinander profitieren." Den selbstverständlichen Umgang im Alltag lerne man nicht in einer Welt, in der Behinderte und Nichtbehinderte weitgehend getrennt leben. Gerade deshalb seien Projekte der integrierten Betreuung in Kindertagesstätten oder gemeinsamer Schulbesuch wichtig. "Dabei werden Hemmnisse abgebaut, die meist eher in Unsicherheit und Scheu der nicht behinderten Menschen liegen", hat Kühnle beobachtet.

Ein Thema, das auch im Alltag der Schüler nicht selbstverständlich ist

Der Schreibwettbewerb soll dazu einen Beitrag leisten, weil er Schülerinnen und Schüler mit einem Thema konfrontiert, das auch in ihrem Alltag nicht selbstverständlich ist. Gerade die Jugend ist noch "viel offener und unbefangener, wenn sie erst einmal die ersten Hürden überwunden hat", ist der Chefredakteur überzeugt. Dabei kommt es beim Wettbewerb nicht auf die Form an. Gerade auch die neuen Medien wie Videos oder aber ein Song, ein Rap, könnten eingereicht werden - und eventuelle sogar das Programm des Fischsuppenessens bereichern. Was zählt, ist die Beschäftigung mit dem Thema.

Auch dazu soll das attraktive Preisgeld beitragen, denn die Preise im Gesamtwert von 300 Euro werden je zur Hälfte vom KRZ-Chefredakteur und dem Verlag getragen. In der Jury werden neben Vertretern von Behindertenverbänden auch wieder der Pressesprecher der Gemeinnützigen Werk- und Wohnstätten im Kreis Böblingen, Steffen Müller, sowie der Cheforganisator des Fischsuppenessens, Andreas Wolfer, vertreten sein.

Damit schließt sich der Kreis von der Vergabe des AMSEL-Medienpreises bis zum Fischsuppenessen. Zur Teilnahme aufgefordert sind Schülerinnen und Schüler aller Schularten des Kreises Böblingen. Die Beiträge sollten allerdings eine DIN A 4-Seite nicht übersteigen und nicht länger als drei Minuten sein bei Clips, Songs oder Videos.

Einsendungen bis Samstag, 14. Februar bitte an die KREISZEITUNG Böblinger Bote, Bahnhofstraße 27, 71034 Böblingen, oder per E-Mail an redbb[*]bb-live.de.

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