Viel Geschicklichkeit und Spaß

20 Gruppen kämpften am Samstag um den Wanderpokal der Kreisjugendfeuerwehr

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    Auch das kühle Nasse bot eine Aufgabe: die Jugendfeuerwehr Altdorf/Nufringen in Schwimmwesten bei der Entenrettung KRZ-Fotos: Simone Ruchay-Chiodi

Die Jugendfeuerwehren des Landkreises Böblingen konnten sich am Wochenende wieder beim Pokalwettbewerb miteinander messen. 26 Stationen standen in Sindelfingen auf dem Programm. Von Florian Lieb

Artikel vom 06. Juli 2013 - 18:06

SINDELFINGEN. "Bei einer Station muss ein Auto gezogen werden", verriet Jugendfeuerwehrleiter Tobias Pfeiffer, "ansonsten ist viel Geschicklichkeit gefragt". Dieses Jahr war sogar ein Aufgebot aus der Sindelfinger Partnerstadt Corbeil-Essonnes angereist.

Die Enttäuschung war groß an Station 7 im Klostergarten gegenüber der Hauptschule, wo eine Holzscheibe von einem Baumstamm abgesägt werden musste. "Das war jetzt die erste Station, wo wir keinen Rekord gebrochen haben", bemerkte die junge Truppe der Jugendfeuerwehr aus Steinenbronn mit leicht hängenden Köpfen. Besser machte sie es eine Station weiter, als Saugschläuche zu einem Kreis zusammengeschlossen werden mussten. 56,06 Sekunden war dann aber auch nur die zweitbeste Zeit hinter dem zweiten Team von Böblingen. "Wir wollen immer Böblingen schlagen!", erklärten die Steinenbronner selbstbewusst und nutzten ihren zweiten Versuch. Geschenkt wurde hier niemandem etwas.

Dabei hatte Marc Finkbeiner von der Jugendfeuerwehr Sindelfingen zuvor noch beschwichtigt: "So wichtig nehmen es die 160 Kinder und Jugendlichen den Pokalwettbewerb nicht. Hier geht's ja wirklich mehr um den Spaß." Der stand sicher im Vordergrund, ernst nahmen die 20 Gruppen den Wanderpokal dennoch. Egal ob es galt in großer Form "Heißer Draht" oder "Mega-Jenga" zu spielen, Traktorreifen zu rollen, Wasservolumen zu schätzen oder einen 4,5 Tonnen schweren Mercedes Unimog 1200 zu ziehen. Weniger als 17 Sekunden brauchten für Letzteres die sechs Knaben aus Rutesheim und waren sichtlich stolz.

Am Samstag floss jedoch nicht nur Schweiß, sondern sogar Blut als sich einer der Betreuer beim Schlauchkegeln versehentlich eine Platzwunde an der Augenbraue zuzog. Der einzige Zwischenfall eines Pokalwettbewerbs, der eigentlich nicht in Sindelfingen als Ausrichtungsort vorgesehen war. "Normalerweise macht's der Sieger", klärte Tobias Pfeiffer auf. Und das wäre der Vorjahresgewinner Deckenpfronn gewesen. Im Zuge des Stadtjubiläums durfte nun zum ersten Mal Sindelfingen ran - bisher hatte die örtliche Jugendfeuerwehr den Pokal noch nie gewinnen können. Und daran änderte sich auch dieses Jahr nichts.

Böblinger Tauchgang fiel ins Wasser

Denn als Ausrichter vermochten die Sindelfinger kein eigenes Team zu stellen. "Das geht allein organisatorisch gar nicht", sagte Pfeiffer. Zu sehr seien die 42 Sindelfinger Mitglieder an den Stationen eingebunden - und hatten durchaus etwas zu tun. Kurzzeitig drohte zum Beispiel Station 6 mit Entenrettung am Klostersee auszufallen, weil eines der drei Böblinger Team den Kopf des Köchers im See versenkt hatte. Ihren angebotenen Tauchgang musste sie jedoch nicht antreten, da immerhin noch rechtzeitig Ersatz gefunden wurde.

Teils war es aber auch ruhig an den 26 Stationen, die von der Feuerwache über den Klostersee bis hin zum Sommerhofen- und Stadthallenpark aufgestellt waren. "Viele haben leider heute Morgen noch kurzfristig abgesagt", bedauerte Finkbeiner. Statt wie geplant 26 Teams für 26 Stationen waren letztlich nur 20 Gruppen mit 160 Jugendlichen im Alter von zehn bis 17 Jahren erschienen. "Da haben wir halt an manchen Stationen jetzt Leerlauf", sagte Finkbeiner.

Den Leerlauf nutzte derweil Sindelfingens Oberbürgermeister Bernd Vöhringer, der sich von der Vielfalt der gestellten Aufgaben beeindruckt zeigte und sie mehrfach auch ausprobierte. Der OB selbst war in seinen Jugendjahren nie bei der Jugendfeuerwehr gewesen und nannte sogleich einen Grund: "Ich war viel zu unsportlich", lachte Vöhringer. Damit hätte er es in der Jugendfeuerwehr von Corbeil-Essonnes schon gar nicht geschafft. Sie wird dort als Vorstufe zur Feuerwehrschule erachtet, verlangt Bewerbungen und beinhaltet Fitnesstests. "Wir nehmen alle auf und machen mehr Jugendarbeit", verglich Pfeiffer.

Für einen Platz auf dem Podium reichte es für die sieben angereisten Jugendlichen aus Sindelfingens französischer Partnerstadt am Ende dennoch nicht. Auch die Truppe aus Deckenpfronn ahnte bereits zur Halbzeit, dass es dieses Jahr wohl nichts werden würde mit der Titelverteidigung. Am Nachmittag wurde stattdessen dem zweiten Team aus Schönaich der Wanderpokal überreicht, gefolgt von Team 2 aus Böblingen und der Gruppe aus Grafenau.

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