Warum wird gegen Radfahrer Stimmung gemacht?

Leserbrief vom 29. Juli 2020 - 15:42

Zum Thema Radwege in Böblingen.

Verschiedene Leserbriefschreiber kritisierten in den letzten Wochen die Bereitstellung von Radwegen in Böblingens Innenstadt. Genau gesehen sind es keine Radwege, sondern Radfahrstreifen auf gleicher Höhe der Kfz-Fahrbahn. Diese Radfahrstreifen sind aber leider notwendig, da Autofahrer sich nicht an die Straßenverkehrsordnung halten.

Mütter, Kinder und ältere Leute könnten problemlos durch die Stadt oder gar über den Elbenplatz radeln, würden sie respektiert und nicht ständig gejagt, zur Seite gedrängt, ja mit Verletzungen oder gar dem Tode bedroht. Jeden Tag sterben bundesweit Radfahrer durch rücksichtslose Autofahrer. Autofahrer sterben nicht durch rücksichtslose Radler. So ist es mir völlig unverständlich, weshalb gegen die Sicherheit der schwächeren Verkehrsteilnehmer Stimmung gemacht wird.

Das Gejammere mancher Autofahrer erweckt den Eindruck, ohne Auto ist wie ohne Beine sein. Doch der Großteil der Böblinger Autofahrer ist fit, weder behindert noch krank und könnte sofort auf ÖPNV und/oder das Fahrrad umsteigen - noch bessere Gesundheit garantiert.

Selbst habe ich jahrzehntelang weder nach Stuttgart noch gar nach Esslingen oder in die Altbacher Gegend ein Auto benötigt. Und zum Wertstoffhof, Getränkemarkt, Blumenerde Holen, Heckenschnitt Wegbringen oder Pferde füttern nehme ich einen Fahrradanhänger - mit einem Pedelec sind 50 Kilogramm Last ja kein Problem.

Hubert Bohner, Böblingen