Vergehen der Kirche nicht übersehen

Leserbrief vom 06. Mai 2020 - 14:36

Zum Leserbrief "Papst Franziskus macht es vor" vom 28. April von Karl Weis

Sehr verehrter Herr Weis, da las ich doch die grandiose "2000-jährige christliche Friedenslehre" Ihrer heiligen Unbeirrbarkeit. Eine geniale und generöse Erkenntnis zugleich, ein Apodikt, wie es nicht zwingender dem vatikanischen Gehege einer feinsinnigen Balkon-Predigt entweichen könnte. Ja, das ist es. Die unverbrüchliche, überirdische Wahrheitserkenntnis, die aus Ihnen spricht. Herr Weis hat voll ins Schwarze getroffen und doch voll daneben.

Wenn man von "2000-jähriger christlicher Friedenslehre" schwadroniert, dann muss man aber Kreuzzüge, Inquisition, Folter, Hexenbrände und bis in die heutige Zeit, den weltweit schlimmsten sexuellen Kindesmissbrauch großzügig übersehen. Um gut schlafen zu können, empfehle ich Ihnen Hans-Jürgen Wolfs "Sünden der Kirche" als Kopfkissenlektüre.

Manfred Hauke, Böblingen