Corona lässt grüßen

Leserbrief vom 06. April 2020 - 18:00

Zu den Vorsichtsmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus

"Da werden Bußgelder von 120 bis 25 000 Euro fällig, wenn "jemand" gegen die Ausgangsbeschränkungen im Rahmen des "ImschG - Immisionsschutzgesetzes" verstößt und gleichzeitig lässt "man" (wer ist "man"? VVS/SSB/Vorstand/Aufsichtsrat) übervolle S-Bahnen und U-Bahnen fahren, in welchen sich die Fahrgäste Körper an Körper drängen. Von husten, niesen und Tröpfchenverteilen ganz zu schweigen. Wo sind hier die Sanktionierer, die Corona-Denunzianten und Späher? Aber fünf Skitourengeher auf dem Riedberger Horn anzeigen. Das ist "eine Leistung" und tatsächlich maßlos! Da kann man nur noch am Verstand zweifeln. Auch wenn die U-/S-Bahnen "anscheinend" heute weniger voll waren. Das sind untragbare Zustände im Vergleich zu "Dreiergruppen" im öffentlichen Raum und Ähnliches. Ich kann nur hoffen, dass auch diese - wenn auch grob fahrlässig begangenen - Ordnungswidrigkeiten und Verstöße gegen Verordnungen von den verantwortlichen Behörden geahndet und sanktioniert werden. Die "Schuldigen" wären in diesem Fall sehr einfach zu ermitteln. Gott sei dank leben wir in diesem unserem schönen Baden-Württemberg auf einer Insel der "Glückseligen".

Die Infektionen halten sich in Grenzen, die Zahl der in Kliniken behandelten und tatsächlich nur an Covid-19 Erkrankten bewegt sich im unteren Promillebereich und die Zahl derer, welche ausschließlich am Virus verstorben sind, kann man noch mit den Händen zählen. Bangemachen auf allen Kanälen ist wirklich nicht erforderlich und hoffungsbildend!

Das ist auch und gerade eine Gesamtleistung der zwischenzeitlich sensibel gewordenen Bevölkerung! Leider fährt dabei der "Wirtschaftszug" langsam Richtung Wand. Die Ärmsten der Armen werden auf die Straßen verbannt, Obdachlose werden abgewiesen und die schon immer am Existenzminimum knabbernden (davon gibt es auch in unserem erlauchten Landkreis Abertausende) werden mit Geschäftsschließungen, Arbeitsverlust, Freistellungen, Kurzarbeit und so weiter an den Rand des Ruins getrieben. Für diese Personen gibt es keinen Rettungsschirm.

Die Sozialkontakte werden drastisch eingeschränkt (krankheitsfördernd, weil wir Sozialwesen sind) und anstatt Hoffnung zu verbreiten, werden in den Medien meist Experten hofiert, welche außer Wahrscheinlichkeiten und möglicherweise zu erwartenden "Grausamkeiten", wenig Positives zu berichten wissen. Deswegen springen Fußgänger in den Straßengraben, wenn andere Spaziergänger oder Radfahrer entgegenkommen. Gespannt darf man auch darauf sein, wer am Krisenende dazugewonnen hat.

Und nicht zuletzt - was passiert, wenn 2021 jemand das Virus Corona-38 oder ähnliches einschleppt? Bleiben sie trotzdem allseits gut gelaunt und gesund und verlieren sie nie die Hoffnung.

Werner Maucher, Altdorf