Öffentlich gegen Faschisten aufgetreten

Leserbrief vom 16. Dezember 2019 - 16:00

Zum Artikel "Tumulte vor dem Landesarbeitsgericht" vom 6. Dezember

Wie die Tageszeitungen mehrfach berichteten, fand am Donnerstag, 5. Dezember, vor dem Landesarbeitsgericht Stuttgart die erste Verhandlung zu der fristlosen Kündigung von zwei Arbeitern aus dem Werk Untertürkheim statt. Diese hatten faschistische und rassistische Nachrichten über Internetmedien im Betrieb an einen IG-Metall-Vertrauensmann verschickt. Darauf wurden diese Mitarbeiter fristlos gekündigt, der Betriebsrat stimmte zu, und das Arbeitsgericht Stuttgart hatte in erster Instanz der Kündigung zugestimmt. Zentrum Automobil, eine faschistische Gruppe um den Betriebsrat Oliver Hilburger im Werk Untertürkheim, ging in Revision. Anlässlich dieser Verhandlung vor dem Landesarbeitsgericht Stuttgart, haben die IG Metall und DGB Stuttgart, zu einer Kundgebung gegen Nazis am 5. Dezember aufgerufen.

Circa 150 Kolleginnen und Kollegen, IG-Metall-Mitglieder aus den Daimler-Werken Sindelfingen und Stuttgart und aus anderen Betrieben sowie viele junge Antifaschisten nahmen an der Gewerkschaftskundgebung teil. Die IGM-Stuttgart-Geschäftsstelle mit Kollegin Nadine Boguslawski als Erster Bevollmächtigter rief kämpferisch wie andere Redner eindringlich zum Kampf gegen Faschisten auf. Eindringlich wurde gegen die Rechtsentwicklung in der Bundesrepublik gesprochen. Vor dem Eingang des Landesarbeitsgerichts versammelten sich dann friedlich und solidarisch Kolleginnen und Kollegen. Wie beim Streik, Arm im Arm. Auf der anderen Seite unter massivem Polizeischutz die Faschisten von Zentrum Automobil. Bewaffnet wie beim Bürgerkrieg ging die Polizei gegen friedliche Demonstranten vor und setzte ohne Vorwarnung Pfefferspray ein. Nicht etwa wie der SWR berichtete, kleine Rangeleien. Es war trotzdem ein wichtiges Signal der IG Metall, öffentlich breit gegen Faschisten aufzutreten. Das Landesarbeitsgericht Stuttgart bestätigte am Donnerstag, 5. Dezember, die fristlose Kündigung, ein Erfolg!

Klaus-Jürgen Hampejs, Sprecher der Internationalen Automobilarbeiter-Koordination Sindelfingen

Anm. d. Red.: Laut weiteren Medienberichten wurden Einsatzkräfte der Polizei mit Fahnenstangen attackiert, bevor sie Schlagstöcke und Pfefferspray einsetzten.