Volksbegehren bedroht Betriebe in der Landwirtschaft

Leserbrief vom 11. Oktober 2019 - 14:36

Zum Volksbegehren "Rettet die Bienen"

Stellen Sie sich vor, Sie sind krank und gehen zum Arzt. Diagnose: schwere Lungenentzündung. Sie wissen, dass es zur Behandlung gut wirkende Medikamente gibt. Der Arzt teilt Ihnen zu Ihrem Entsetzen aber mit, dass er diese Medikamente nicht mehr verschreiben darf. Sie wurden zum Schutze des Menschen verboten, weil Chemie grundsätzlich schlecht für den Menschen und die Natur sei.

Ein völlig unrealistisches Gedankenexperiment, mögen Sie denken. Leider nein! Insbesondere die beiden Forderungen des Volksbegehrens "Rette die Bienen" nach vollständigem Verbot von Pflanzenschutzmitteln in Landschaftsschutzgebieten und generell 50 Prozent weniger Pflanzenschutzmittel bis 2025 sind mit obigem Gedankenexperiment vergleichbar. Die in unserer heimischen Landwirtschaft produzierten Lebensmittel wären beispielsweise durch Pilzbefall oder Fruchtfäule nicht mehr verkäuflich.

Ernteausfälle würden zur Regel. Sie würden als Konsequenz die bäuerlichen Familienbetriebe in Baden-Württemberg in ihrer Existenz bedrohen. Hungern müssten wir in Baden-Württemberg trotzdem nicht, weil dann noch mehr makellose, gespritzte Lebensmittel aus dem Ausland kämen. Unterstützen sie daher das Volksbegehren "Rettet die Biene" nicht.

Walter Moser, Ortsobmann des Bauernverbandes in Magstadt