Es geht wohl so weiter

Leserbrief vom 10. Oktober 2019 - 17:42

Zum zehnjährigen Bestehen der Montagsdemo gegen Stuttgart 21

Am 7. Oktober berichtete die Kreiszeitung über den Dauerprotest zu einem Milliardenprojekt, welches ich niemals als Bahnprojekt ansehen würde, vielmehr als für Investoren interessantes Immobilienprojekt. Denn nachweislich wird der Bahnservice eben nicht besser, sondern "nur" ein paar Gleise gedreht und in den Keller verlegt. Die Risiken zahlen zum Glück ja wir, die Bahnfahrer und Steuerzahler. Hat es sich denn gelohnt, zu demonstrieren über viele Jahre? So manchem der ursprünglich 35 000 Parkschützer hat es jedenfalls die Überwachung durch den Verfassungsschutz gemäß Rahmenbefehl der Landesregierungen eingebracht. Wann hört das denn endlich auf? Vielleicht kann der Landtag gelegentlich das Thema erneut aufgreifen, denn wir brauchen das Behördenpersonal an anderer Stelle dringender. Mir bleiben inzwischen die zahlreichen guten oder weniger guten Witze über den Berliner Flughafen oder Stuttgart 21 längst im Halse stecken. Außerdem ist das Thema ein guter Stimmungskiller bei aller Art von Feierlichkeiten in ganz Baden-Württemberg. Hoffentlich erlebe ich eine ähnliche Stümperhaftigkeit nicht beim Bau der Hermann-Hesse-Bahn zwischen Calw und Weil der Stadt. Wir gehen am Wochenende gerne zum Wandern in den Nordschwarzwald, mit der S-Bahn angereist sehr gerne noch viel lieber. Lassen wir doch den überflüssigen Zwischenschritt über ein lautes stinkendes Diesellökle aus und bauen wir gleich richtig eine elektrische Oberleitung. Und in Calw und Umgebung ist es ohnehin viel schöner und gesünder als in der engen hektischen Landeshauptstadt.

Detlef Reppenhagen, Weil der Stadt