Bedenken, wenn die Container so nah an die Schule kommen

Leserbrief vom 01. Oktober 2019 - 17:42

Zur geplanten Flüchtlingsunterkunft in der Kremser Straße in Böblingen

Von Anbeginn der Flüchtlingswelle habe ich mich mit der Flüchtlingspolitik beschäftigt, natürlich auch hier in Böblingen, wo ich mit Familie schon seit 17 Jahre lebe. Die Böblinger Auswahl der Unterkunft-Standorte haben mir bisher (politisch, sozial und umweltfreundlich) sehr gut gefallen. Doch leider ist die letzte Entscheidung über das Aufstellen der Flüchtlingscontainer in der Kremser Straße nicht nachvollziehbar. Denn genau gegenüber sind die Schulen (FS-Realschule, OH-Gymnasium, TH-Hauptschule und die HR-Sporthalle). Jetzt ist für uns Anwohner auch klar geworden, warum dort in der Nähe ständig neue Baustellen erschaffen wurden (seit Mai 2019).

Ich finde, die Wahlversprechung vom OB "Bürgernähe" trifft da nicht ganz zu, denn selbst die anliegenden Schulleitungen sind vor vollendete Tatsachen gestellt worden, ohne ein Mitspracherecht. Dass die Entscheidung über die Aufstellung der Container bereits von zwei Gremien entschieden wurde, weiß ich aus einer sicheren Quelle. Auch dass die Zustimmung durch den Gemeinderat am 9. Oktober erfolgen soll. Für diese Entscheidung sollte man auf jeden Fall auf die Jugendlichen von der FS-Realschule, TH-Haupschule, OH-Gymnasium und auf die täglich bis 21 Uhr belegte Hermann-Reiser-Sporthalle sehr, sehr große Rücksicht nehmen. Außerdem: In der Pampa die Menschen abzustellen, hat sicherlich nichts mit Integration zu tun. Die Stadt Böblingen hat bestimmt andere soziale und umweltfreundliche Standorte, anstatt 60 Männer "fast" in einem Schulhof abzustellen (in diesen Schulhöfen bewegen sich ausschließlich Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren).

Wir als Eltern der genannten Schulen haben große Bedenken, weil:

- Die Wohncontainer werden genau da abgestellt, wo am meisten Schülerverkehr stattfindet.

- Um die öffentlichen Verkehrsmittel/Schönbuchbahn Danziger Straße zu erreichen, müssen diese Männer ständig durch den Schulhof gehen.

Damit das Zusammenleben unserer Kinder und der Flüchtlinge wirklich harmonisch gestaltet werden kann, bitten wir um Unterstützung.

Adem Isbir, Böblingen