Blühstreifen können nur Notlösungen sein - mehr nicht

Lesermeinung

Leserbrief vom 17. Mai 2019 - 18:54

Zum Artikel "Glyphosat steht nicht auf meinem Einkaufszettel", vom 10. Mai.

Was sind denn Ackerwildkräuter? Man liest dieses Wort jetzt häufig in der Zeitung. Hat das etwas mit Panik zu tun? Ich gehöre zu den Naturbeobachtern mit verengtem Blick, die eigentlich seit Jahrzehnten den Verlust an den früher üblichen Ackerrandstreifen, kleinen extensiv bewirtschafteten Flächen oder auch Brachen mit ihrer bunten Vielfalt beklagen. Wir sind da oft verspottet worden. Nun auch noch Glyphosat!

Für mich Gelegenheit, mich zu bedanken für das Gespräch zwischen den Herren Schmid und Müller, vor allem für die Hinweise von Herrn Schmid, dass es viele Flächen auch außerhalb der Landwirtschaft gibt, die in keinem ökologischen Zustand sind, bis hin zu den privaten Gärten, wo die saubere unkrautfreie grüne Wiese immer noch dominiert. In Berlin sah ich neulich ein "ungepflegtes" Firmengrundstück mit Wildpflanzen, die man bei uns nur noch selten sieht. Dank auch an Martin Müller für seine vielen Artikel zum Thema Ökologie!

Die jetzt überall gepriesenen Blühstreifen sind sicher eine gute Notlösung bezüglich des Verlustes bei den Insekten. Ein Beitrag zur Rückkehr zur Artenvielfalt sind sie nicht!

Rolf Reuwand, Naturschutzwart aus Ehningen

Anm. d. Redaktion: Bei den Ackerwildkräutern handelt es sich um Blühpflanzen, die in unserer ausgeräumten Kulturlandschaft inzwischen selten geworden sind. Dazu gehören zum Beispiel Rittersporn, Klatschmohn, Kornblume und Kamille.