Umdenken hin zu Verzicht und Bescheidenheit

Leserbrief vom 15. März 2019 - 16:24

Zum Leserbrief von Doris Knorre "Wir müssen umdenken lernen" vom 12. März.

Zunächst möchte ich Frau Knorre für ihren treffenden Leserbrief danken. Sie spricht mir damit in jedem Punkt aus dem Herzen. "Jedes Wachstum generiert neues Wachstum?", Umwelt und Lebensqualität bleiben damit auf der Strecke. Ein Beispiel ist der so lange geforderte Umbau der Altdorfer Kreuzung und der B 464 - "wer Straßen baut wird Verkehr ernten"- heute ist der Stau morgens genauso lang wie vor dem Umbau, der Verkehr hat weiter zugenommen. Richtig ist auch, dass wir durch den unerträglichen Zubau der letzten Reste Natur durch immer neue Baugebiete und Industrieanlagen das Wertvollste verlieren, nämlich die letzten Reste Natur.

Nicht immer größere Häuser und mehr Komfort und Reichtum führen dazu, dass wir eine Chance auf eine Zukunft haben, sondern ein schnelles und gründliches Umdenken hin zu Verzicht und Bescheidenheit beim Wohnen, Essen, Reisen, Konsumieren, eigentlich in jeglicher Hinsicht. Da leider weder die Politik aufgrund von Machtinteressen und Lobbyismus noch die Mehrzahl der Menschen aufgrund von Ignoranz, Bequemlichkeit und Egoismus irgendetwas ändern möchte oder auch nur darüber nachdenkt, können wir uns letztlich nur überlegen, wer uns schneller den Garaus macht: der beängstigend schnell fortschreitende Klimawandel mit seinen für uns heute noch gar nicht vorstellbaren und viel zu wenig ernstgenommenen katastrophalen Folgen; Kriege um die letzten Ressourcen und bewohnbaren Gebiete oder Hungersnöte, ausgelöst durch Verschmutzung, Vergiftung und Überdüngung der Böden, unseren unermesslichen Fleischkonsum mit seinen Folgen für Böden, Gewässer, Regenwälder, das Leerfischen der Meere, den Verlust der Artenvielfalt, Dürren und Überschwemmungen.

Frau Knorre ist nicht allein unglücklich darüber - wer nachdenkt und sich informiert, kann zu keinem anderen Schluss kommen.

Ute Teufel, Holzgerlingen