Wird die Tochter aufmüpfig?

Leserbrief vom 28. Februar 2019 - 12:54

Zu Aktivitäten und Plänen der Böblinger Baugesellschaft

Zunächst kann man die Absicht des Geschäftsführers Ganske, das Postareal in die Internationale Bauausstellung 2027 einzubringen, als positives Engagement nur gut finden. In der Pressenotiz (Kreiszeitung am 13. Februar) macht sich der Geschäftsführer der Tochtergesellschaft jedoch gleich eingangs deutlich zum Sprecher der Stadt: "Böblingen möchte sich an der IBA beteiligen". Gut, die BBG ist Eigentümerin des Areals. Ist sie damit aber berechtigt, bei den IBA-Beteiligungs-Absichten der Stadt vorzupreschen? Bei einem Gelände, dessen öffentliches Großprojekt unsere städtebauliche Zukunft ganz wesentlich bestimmen wird? Hat sich der Gemeinderat etwa bereits damit befasst und hinter diese Pläne gestellt? Das nehme ich nicht an, denn ein solch folgenschwerer Entscheid müsste öffentlich beraten werden; von den Ausschlüssen der Gemeindeordnung wäre er sonst nicht gedeckt.

Geht es dem Geschäftsführer nicht eher darum, rechtzeitig am Gemeinderat vorbei Fakten zu schaffen, bei denen die BBG das Thema und die späteren Ergebnisse in der Hand behält? Man muss berücksichtigen, dass alle Entscheidungen der BBG auch im Aufsichtsrat nicht-öffentlich fallen! Gemeinderat und Stadtverwaltung wären gut beraten, die beschlossene Beteiligungsabsicht an der IBA jetzt selbst mit Bewerbungsvorschlägen zu belegen. Sindelfingen ist da bereits weiter. Diesbezüglich wäre mir ein gemeinschaftliches Projekt der beiden Städte wünschenswert. 2027 - es könnte etwa die gemeinsame Konzeption für den zwischenstädtischen Deckel über die Autobahn sein.

Ursula Kupke, Böblingen