IC2-Züge nicht nach Zürich

Leserbrief vom 27. Februar 2019 - 17:06

Zum Fahrplanwechsel auf der Gäubahn

Im Jahre 2014 hat der ehemalige Bahnchef Rüdiger Grube das neue Gäubahnkonzept vorgestellt: "Stündlich mit den neuen IC2-Doppelstockzügen von Stuttgart nach Zürich". Mit dem Fahrplanwechsel vom Dezember 2017 wurde der Regiozug Stuttgart-Singen durch den IC2-Zug bereits ersetzt. Da die Lokomotive der Baureihe 146 nicht schweiztauglich ist, verkehrt dieser IC2 aber nur bis Singen. In der anderen Stunde fährt weiter der Intercity mit Schweizer Wagen durch bis Zürich.

Speziell für die Gäubahn werden IC2-Doppelstockzüge mit Baureihe 147 gebaut. Die ersten ausgelieferten Züge werden aber auf der IC-Linie Karlsruhe-Stuttgart-Nürnberg eingesetzt, weil auch die Baureihe 147 noch nicht schweiztauglich ist. Seit 2016 ist in der gesamten Schweiz das European Train Control System (ETCS) Level 1 installiert, am Gotthard und Lötschberg sogar ETCS Level 2 mit Führerstandsignalisierung. Seit 2016 fahren die schweiztauglichen ICEs 401 und die Bombardier DB-Lokomotiven der Baureihe 185.085 bis 149 mit ETCS-Ausrüstung in der Schweiz. Warum soll Bombardier das Rad (sprich ETCS) neu erfinden? Dabei genügt Singen-Schaffhausen-Zürich bereits ETCS Level-1. Voraussichtlich hat die DB die Einführung der neuen IC2-Züge für die Verbindung von Stuttgart nach Zürich schon mal um ein weiteres Jahr auf Dezember 2020 verschoben. Stecken da etwa andere Gründe dahinter? In jedem Fall sind die Schweizer Pendler nicht von den engen deutschen in Reihenbestuhlung ausgestatteten Doppelstockzügen begeistert.

Wolfgang Roth, Grafenau