Atomausstieg führt ins Leere

Leserbrief vom 20. Februar 2019 - 18:00

Zum Leserbrief "Kohleausstieg: Heizöl statt Kohle" von Hansjörg Jung vom 8. Februar

Herrn Jung möchte ich nur bestätigen und darf ein paar weitere Ergänzungen hinzufügen. Energiewende ist ein schöner Begriff. Die Wahrheit ist aber, dass hinter diesem Begriff der Atomausstieg von 2011 steht. Ein in der Welt einmaliger Vorgang. Schweden und Japan haben ihn rückgängig gemacht, Frankreich hat mit über 70 Prozent den höchsten Kernkraft-Stromanteil auf dieser Welt, und denkt nicht im Geringsten über einen Ausstieg nach. Hans-Werner Sinn vom Ifo-Institut verdeutlicht in seinem Beitrag "Energiewende ins Nichts" die Fakten: Für Biblis A benötigt man zirka 6800 Windkraftanlagen (der Höhe 150 m), das entspricht der 6,5-fachen Anzahl der Windräder im Wattenmeer. In Bayern wäre der Platzbedarf achtfach so hoch, da nur die Hälfte des Windes zur Verfügung steht. Und nun der Kohleausstieg. Das hört sich wie der Begriff Nachhaltigkeit schön an. Nur: Deutschland hat die höchsten CO2-Vermeidungskosten weltweit, die Maßnahmen sind, wie Herr Jung bezüglich der Öl-/Gas-Reservekraftwerke schreibt, inkonsistent und teuer. Zudem muss man auch bemerken, dass die Entwicklungs- und Schwellenländer bis 2030 von einer CO2-Reduzierung ausgenommen sind. Weltweit werden derzeit 1500 Kohlekraftwerke gebaut, davon allein in China 500, in Indien 200. China investiert nebenbei bemerkt als "Schwellenland" zirka eine Billion US-Dollar in die neue Seidenstraße. Und in Deutschland?

Bis zum Jahr 2030 werden nach Erhebungen des Wirtschaftsrates insgesamt 400 Milliarden Euro für den guten Zweck der Energiewende lockergemacht. International betrachtet ist diese Jahrtausendleistung völlig ohne Belang. Die so eingesparte Menge an CO2 entspricht nämlich der Ausstoßsteigerung in China innerhalb von drei Monaten. Und in den USA hat das hier so ungeliebte Fracking für CO2-Einsparungen gesorgt, die den Effekt in Europa um ein mehrfaches übertreffen. Norwegen, Großbritannien sowie die EU setzen auch auf die CO2-Verklappung, welche die Bundesregierung unter dem Druck von "Umweltverbänden" verboten hat. Das alles spricht nicht gegen Nachhaltigkeit, Klimaschutz und eine Energiewende. Aber notwendig sind dazu Konzepte und Fakten und keine ideologisierte Politik, wie sie unsere Bundesregierung und die Grünen unter anderem mit dem Ausstieg aus der Atomkraft praktizieren. Oder, um mit den Worten der Alternative für Deutschland abzuschließen: Mut zur Wahrheit.

Uwe Werner, Renningen