Fauler Kohlekompromiss

Leserbrief vom 20. Februar 2019 - 18:00

Zum vereinbarten Kohleausstieg in Deutschland

Nach dem Kohlegipfel verbreitet die Regierung die Botschaft: Alles ist gut! Leider ist es das ganz und gar nicht, denn

  noch weitere 20 Jahre wird Braunkohle verheizt
  direkt neben der Lausitz wird polnischer Braunkohlestrom ausgebaut, teilweiser Import ist wahrscheinlich
  die Braunkohle wird durch teures russisches Gas ersetzt (zwei weitere Leitungen mit riesiger Kapazität werden in der Ostsee verlegt)
  Erneuerbare Energien waren beim Kohlegipfel kein Thema
  der Ausbau von Wind und Solarenergie wird weiterhin durch Mengen-Deckelung und Bürokratisierung verhindert
Großkonzerne werden weiter bevorzugtBürgerenergie wird massiv behindert
  die EEG-Umlagen der Konzerne muss weiterhin der kleine Stromkunde übernehmen
Statt weiterer Jahrzehnte Energieabhängigkeit von Russland und Verstromung von teurem russischen Erdgas, sollten Wind- und Solarstrom massiv ausgebaut und zur Gasherstellung und -speicherung verwendet werden. Denn Sonne und Wind sind kostenlos, das Geld für die Technik bleibt im Land und schafft die neuen benötigten Arbeitsplätze. Kraftwerke verursachen nur einen Teil der Katastrophe, viel schlimmer sind die in den Bereichen Verkehr, Gebäudeheizung und Landwirtschaft entstehenden klimaschädlichen Methan und CO2-Gase, die überhaupt nicht verringert werden. Bundes- und Landesregierungen aller Parteien und die Industrie versagen hier total! Weder Auto- noch Flugverkehr werden reduziert, alte Gebäude und Industrie verheizen auch zukünftig Öl und Gas und die subventionierte Landwirtschaft vergiftet Böden und Grundwasser, lässt - in anderen Gegenden der Welt - ganze Urwälder für unser Viehfutter abbrennen.Die 16-jährige Greta Thunberg hat Recht: "Ich will, dass ihr in Panik geratet, ich will, dass ihr handelt, als würde euer Haus brennen, denn das tut es." Aus meiner Sicht sind Aktionen und Proteste wie die Schülerbewegung "Fridays For Future" weiter dringend notwendig und unterstützenswert.

Hubert Bohner, Böblingen