Unnötige Nachverdichtung in der Goethestraße

Leserbrief vom 19. Februar 2019 - 12:54

Zum Artikel "Streit um die Gebäudehöhe" vom 9. Februar

Dass die geplante Wohnbebauung im Schützenweg für Diskussionen sorgt, war sicher jedem vernünftig denkenden Menschen von vornherein klar. Auch wenn es mich nicht direkt betrifft, es kann ja wohl nicht wahr sein, dass ein Stadtplanungsamt ernsthaft eine solche Wohndichte vorschlägt, in einem Gebiet, in dem es überwiegend eingeschossige Flachdachhäuser gibt. Hätte dort ein Gemeinderat oder Mitglied der Verwaltung ein Häusle, er würde auf die Barrikaden gehen ob dieser Bebauungsdichte, er würde niemals akzeptieren, dass sein erspartes Eigentum jetzt plötzlich an Wert verliert. Die Böblinger Baubürgermeisterin Christine Kraayvanger und ihr Stadtplanungsteam würden dort mit Sicherheit nicht wohnen wollen. "Wasch mich, aber mach mich nicht nass" scheint hier das Motto der Verwaltung zu sein. Und der Gemeinderat findet das auch noch gut. Klar, dort wohnt ja keiner der Damen und Herren. Trotz der hohen Zahl an fehlenden Wohnungen, was sicher jeder versteht, muss an diesem Standort in Dagersheim nicht noch mehr verdichtet werden. Dies geschieht doch bereits schon im Rübländer und der Goethestraße. Und die Infrastruktur verkraftet das schon lange nicht mehr, auch wenn die neue, designierte Ortsvorsteherin das anders sehen will. Es wäre für mich nicht verwunderlich, wenn die dortigen Anwohner demnächst massiv ins Rathaus dringen würden, aber leider lassen wir im Gegensatz zu den Franzosen alles mit uns machen. Diese trabantenmäßige Bebauung im Dagersheimer Osten ist jetzt doch nur dadurch entstanden, dass man durch die Änderung des Bebauungsplanes Parkstadt West jede Menge Wohneinheiten auf dem Flugfeld verliert, damit dort eine neue Klinik entstehen kann, obwohl genügend Erweiterungsfläche auf der Waldburg verfügbar ist. Das schiebt man dann einfach nach Dagersheim, die sollen damit fertig werden. Diese Fläche ist mit mehr als 3000 Quadratmeterin eine der noch wenigen Grünflächen in Dagersheim, und die soll jetzt auch noch versiegelt werden. Durch die aktuelle massive Bebauung Goethestraße und Schützenweg fehlen weitere Kindergartenplätze, die in den vorhandenen Kitas nicht in ausreichender Anzahl dargestellt werden können. Warum wird nicht ein neuer Kindergarten Schützenweg gebaut und den Rest des Geländes lässt man als Grünfläche mit Erholungsräumen für ältere Menschen, die dort wohnen und nicht mehr so mobil sind? Ich wünsche den Stadtplanern etwas mehr Fantasie und denken sie mal darüber nach was sie im Alter gerne hätten.

Albrecht Schlenker, Dagersheim