Uhrenstub' muss erhalten bleiben

Leserbrief vom 11. Februar 2019 - 15:36

Zum Artikel "Die Tage der Uhrenstub' scheinen gezählt" vom 2. Februar

Geboren als Enkel eines Uhrmachers in Schwenningen am Neckar und dort aufgewachsen - in der einst größten Uhrenstadt der Welt (kann man nachlesen) - bin ich von der Nachricht erschrocken, dass die Sindelfinger Uhrenstub' in der Gartenstraße aufgegeben werden soll.

Ich bin selbst Sammler alter Uhren, die gelegentlich mal repariert werden müssen. Mit der Schließung der Uhrenstub' wird ein weiteres Handwerk, eine Tradition und Kunst aus der Sindelfinger Innenstadt vertrieben. Das ist für mich unglaublich, denn solche Geschäfte und Läden sorgen dafür, dass die Innenstadt belebt wird.

Warum hat man dafür auf dem Sindelfinger Rathaus bei der Verwaltung überhaupt kein Gefühl? Dass das im Verantwortungsbereich der Baubürgermeisterin zuständige Bauamt hier keine Sensibilität entwickelt und einen Antrag zu einem neuen Standort ablehnt, ist unbegreiflich. Die Zuständigen sollten vor Ort gehen um zu sehen, wie das Ladensterben in der Innenstadt weitergeht.

Der Sindelfinger Oberbürgermeister Bernd Vöhringer sagte vor kurzem nach der Methode von Trump: "Sindelfingen first" und er sagte auch "Sindelfingen isch mei Heimat". Dann soll er doch bitte was für seine Heimat tun, nicht nur von Visionen sprechen sondern auch solche operativen Themen wie das Ladensterben in Angriff nehmen. Oder will er Erwin Weyel ins Breuningerland oder auf das Flugfeld verbannen? Solche Art Läden müssen in der Innenstadt bleiben. Und das ist Chefsache.

OB Vöhringer will nun alles ihm Mögliche in die Wege leiten, um Herrn Weyel zu unterstützen. Mit dieser politischen Aussage kann der Uhrenstub'-Inhaber Weyel sicher nicht zufrieden sein, denn das ist doch "Wischi-Waschi".

Herr Vöhringer, bitte klar Position beziehen und nicht einen Prüfauftrag absetzen. Die kleinen Läden und Kneipen beleben diesen Bereich. Und die Stadt hat genügend Geld, um den kleinen Laden in der Lange Straße 4 zu sanieren. In ein Stadtzentrum gehören Ladengeschäfte, auch solche wie die Uhrenstub', Geschäfte mit Tradition wirken wie ein Magnet für andere Läden, die dann wiederum Gewerbesteuer zahlen.

Ich wünsche Erwin Weyel viel Glück und Erfolg bei der Suche nach einem neuen Laden, besser noch, er sollte in der Gartenstraße bleiben dürfen.

Albrecht Schlenker, Dagersheim