Wo fängt Gerechtigkeit an und wo hört sie auf?

Leserbrief vom 03. Februar 2019 - 18:24

Zum Thema "Diskussion um die Einführung von Frauenquoten".

Meinem Gerechtigkeitssinn entspricht es durchaus, dass sich in der Verhältnismäßigkeit beide Geschlechter beruflich und gesellschaftlich widergespiegelt fühlen. Daher macht aus logischen Gründen eine Quotenregelung Sinn, damit es zu einer vermeintlich gerechten Repräsentation kommt. Parlamentarische Sitzverteilung, Zusammensetzung von Vorständen und vieles mehr wäre (zu recht) davon betroffen. Ein Gespräch mit meiner Tochter hat mich in diesem Zusammenhang dann doch etwas irritiert: "Ich möchte doch nicht einen Job, eine Aufgabe oder eine Position bekommen, weil ich eine Frau bin und die Quote erfüllt werden muss. Und selbst wenn ich die Qualifikation erfülle, muss ich doch im Nachhall das Gefühl haben, dass ich doch letztendlich nur eine Quote erfüllt habe".

Das hat mich zum Nachdenken angeregt. Wo fangen wir an und wo hören wir auf bei der vermeintlichen Gerechtigkeit? Pauschalierungen gilt es zu vermeiden. Aber genau das ist die mögliche Folge, denn immer wird sich in jeglichem Gremium jemand "unterrepräsentiert" fühlen. Sei es aufgrund von Geschlecht, Hautfarbe, Religion oder sexueller Präferenzen. Ich jedenfalls freue mich über jede(n), der sich in einem Verein oder einer Organisation ehrenamtlich für das Allgemeinwohl engagiert. Wertungsfrei und Quotenneutral!

Markus Fries, Böblingen