Wachstum in Dagersheim um jeden Preis?

Leserbrief vom 03. Februar 2019 - 18:24

Zum Thema "Zehntscheune, Ortsentwicklung und Verkehr in Dagersheim".

In Dagersheim wird viel gebaut: Viele Reihenhäuser; kleine, große und sehr große Mehrfamilienhäuser. Dagersheim wächst, es ziehen immer mehr Menschen hierher. Diese Menschen besitzen im Durchschnitt ein bis zwei Autos pro Familie. Wo werden diese Autos parken und fahren? Für die Neubau-Wohnungen ist zum Teil nur ein Parkplatz vorgesehen. Die Plätze reichen also für die Fahrzeuge der Bewohner schon nicht aus - was ist mit Besuchern? Wo parken diejenigen, die beispielsweise zu einer Hochzeitsfeier in der Zehntscheune kommen (wie letzte Woche in der Kreiszeitung beschrieben)? Gibt es am "Volksbank-Neubau" an der Hauptstraße, in den viele Einrichtungen mit Kundschaft einziehen sollen, Kunden- oder Mitarbeiter-Parkplätze? Oder parken diejenigen, die schnell beim Bäcker noch ein Vesper holen, "nur mal kurz auf dem Bürgersteig" und blockieren so sowohl die Hauptstraße als auch den Schulweg vieler Kinder? Gibt es ein Konzept zum Verkehr in Dagersheim? Machen sich Planer darüber Gedanken, wie dann in diesen vielen neuen Immobilien gewohnt, gelebt und gearbeitet wird und welche "Nebeneffekte" das hat? Ortsvorsteher Hannes Bewersdorff freut sich in seinem letzten Schreiben für das Amtsblatt, dass so viele Baulücken geschlossen wurden. Nix gegen eine bessere Nahversorgung und das Schließen von Baulücken, das ist wichtig, - aber um jeden Preis? Geht es nur darum, so viel und so groß wie möglich zu bauen? Oder darf Dagersheim auch noch lebenswert bleiben?

Ulrike Kaatze, Dagersheim