Kein Wunder, dass die Tiere in die Stadt ziehen

Leserbrief vom 10. Januar 2019 - 15:30

Zu: "Als die Tiere die Wildnis verließen" vom 9. Januar

Eigentlich ist die Überschrift "Als die Tiere die Wildnis verließen" falsch, denn eine richtige Wildnis gibt es bei uns schon lange nicht mehr. Schaut man sich die Landschaft an, so sind es vielfach eintönige Ackerflächen, in welchen die Tiere keine Heimstatt mehr haben. Es wird gespritzt und gedüngt und ein Acker reiht sich an den anderen ohne jede Deckung dazwischen. Es sind agrartechnische Industrieflächen geworden, aus welchen alles herausgeholt wird für Profit und Export. Auch Weiden, Wiesen, Obstwiesen und Wälder sind teilweise intensiv bewirtschaftet und haben mit Wildnis nichts mehr zu tun.

Es ist kein Wunder, dass Tiere diese Flächen verlassen und lieber in die Siedlungen kommen. Dort finden sie vieles, was ihnen auf dem Acker fehlt. Es ist zwar auch keine Wildnis, aber bietet manchmal so viel Lebensqualität wie Wald oder Streuobstwiesen.

Es gehört wohl auch zur permanent stattfindenden Evolution, dass Tiere ihr Verhalten an den Lebensraum Stadt anpassen.

Ulrich und Marianne Ade, Böblingen