Prüfung überprüfen

Leserbrief vom 08. Januar 2019 - 15:48

Zum Artikel "Banden organisieren Betrug bei Führerscheinprüfung" und dem dazugehörigen Kommentar "Stecker ziehen" vom 2. Januar

Wenn ich heute nochmals (nach 60 Jahren unfallfreiem Fahren) ohne Vorbereitung eine theoretische Prüfung machen müsste, würde ich glänzend durchfallen. Wer üben will, sucht bei Google mit "Führerschein Test". Wahrscheinlich wäre heute für eine Nach-Schulung ein hoher dreistelliger Betrag (gefühlte Abzocke) zu investieren, um die theoretische Prüfung nochmals zu bestehen. Da existiert die Gefahr, aufgrund der zum Teil unpraktischen oder unmöglich formulierten Fragen, trotzdem durchzufallen!

Ich wünschte mir, dass ein unabhängiges Gremium "ad hoc", also ohne Vorbereitung, eine theoretische Führerscheinprüfung mit Neulingen und alten Hasen durchführt. Bei einem solchen Test würde sicher ein hoher Prozentanteil durchfallen. Sollte man diesen Durchgefallenen die Fahrerlaubnis entziehen, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen? Sicher nicht. Provokant ausgedrückt: Diese Nachsicht könnte auch für Neulinge mindestens verhältnismäßig berücksichtigt werden!

Nun die Frage: Bei wem soll der Stecker gezogen werden? Der Kommentar sagt: Bei den Betrügern! Wirklich? Mit Beachtung von Ursache und Wirkung sehe ich vorerst die Verantwortlichen in der Pflicht, die theoretischen Prüfungsaufgaben ernsthaft zu überprüfen!

Max Briner, Böblingen