Schwarz-Weiß-Betrachtung führt in die Irre

Leserbrief vom 03. Januar 2019 - 16:18

Zum Artikel "Syriens Armee zieht in Kurdengebiet ein" vom 29. Dezember

Ihre "Schwarz-Weiß-Grafik" ist verwirrend. Grundsätzlich finde ich es gut, wenn regelmäßig über den Bürgerkrieg in Syrien berichtet wird. Auf Seite zwei Ihrer Zeitung erscheint am 29. Dezember ein solcher Artikel mit einer Grafik, die den Text erläutern soll. Wer nicht viel Zeit zum Lesen hat und nur schnell das Bild anschaut, stellt sofort fest, dass im Grauabdruck (ohne Farben) der Unterschied zwischen Gebiet "Regierung" und Gebiet "Rebellen" nicht erkennbar wird! Es wäre wünschenswert, dass Sie, bevor Sie abdrucken, prüfen, ob ein Farbfoto der ISW, OCHA auch in schwarzweiß aussagekräftig ist!

Leider geht die Tiefe und Gründlichkeit bei politischen Betrachtungen bei den Menschen in der ganzen Welt weiter verloren, egal was der Papst zu Weihnachten gesagt hat; längst vergessen. Zeitung lesen auf Papier ist altmodisch geworden. Mit dem Daumen am Handy (am besten zwanzig Stunden am Tag ohne Pause, auch noch auf dem Klo) glaubt man, gut informiert zu sein, was ich bestreite im Zeitalter von "Fakenews". Wir können jedoch nur Qualitätsjournalismus bieten, wenn die Quellen echt und die Abbildung gut und interpretierbar sind, sonst verlieren Sie weitere Abonnenten. Der Unterschied, der in der Grafik trotz der Betrachtung mit starkem Licht und Lupe nicht erkennbar ist, liegt darin, dass die sogenannten Rebellen gegen die sogenannte Regierung kämpfen. Wer wen in Syrien unterstützt, ist ohnehin nicht klar. Wir wundern uns nur, dass Flüchtlinge zu uns kommen.

Detlef Reppenhagen, Weil der Stadt