Oh wie schön war Böblingen

Leserbrief vom 02. Januar 2019 - 18:18

Zum Thema der Verkehrsplanung in Böblingen und der vielen Baustellen

Eigentlich war die Stadt noch nie so richtig attraktiv. Aber nach dem Bau des Busbahnhofs, der Fußgängerzone und der Mercaden war doch einiges besser geworden. Nun aber die volle Rolle rückwärts. Kaum sind Sperrungen aufgehoben, kommen die nächsten, die noch größere Staus verursachen. Die Verkehrsplanung handelt wohl nach dem Grundsatz: Nur der stehende Verkehr ist ein guter Verkehr. Dieser Grundsatz wird wohl mit aller Perfektion durchgeführt. Da sind die vielen Baustellen, die besser den Verkehr nicht hätten beruhigen können. Ampeln scheinen auf rote Welle getrimmt. Da nützen auch geringe Abgas-Grenzwerte nichts, wenn die Luft durch ein ständiges Stop-and-go um ein Vielfaches belastet wird. Der volkswirtschaftliche Schaden ist noch nicht berücksichtigt. Übrigens: Als VVS-Jahreskarteninhaber ist meine Freude am stehenden Verkehr noch viel größer: Unvermeidliche Busverspätungen machen derzeit fast jede Anschlussverbindung zunichte. Die Ursache liegt hier auch an Umleitungen in anderen Gemeinden im Landkreis. Nahe Zukunft: Über der Böblinger Wolfgang-Brumme-Allee sollen alle Brücken abgerissen werden. Warum? Sind die Baustellen ausgegangen? Wie lange dauern die Sperrungen? Sollen dort zusätzliche Ampeln installiert werden, damit der Autoverkehr dauerhaft behindert wird? Damit Fußgänger unnötige Umwege und rote Ampeln in Kauf nehmen müssen? Radfahrer ausgenommen. Wenigstens der Übergang Kreissparkasse zum Reformhaus Klett, Bananas und anderen Anliegern könnte erhalten bleiben. Um die Umfahrungen für den Bau der Autobahnanschlussstelle Flugfeld und des Deckels über die A81 vorzubereiten, will man wohl die Umfahrungsstraßen vorher sanieren und dazu weitere Straßen sperren. Wenn dann die daraus folgenden Umleitungen aufgehoben sind, geht es mit den langwierigen Sperrungen für die Autobahnbaumaßnahmen erst los. Die vorher sanierten Umfahrungsstraßen müssen vermutlich gleich wieder repariert werden. Dies gewährleistet Staus bis weit über 2024 hinaus. Was kommt da noch alles? Vielleicht gelingt der Verkehrsplanung eine Rolle vorwärts, zu mehr fließendem Verkehr - auch bei Umfahrungen.

Peter Preßmar, Böblingen