Blick über den Gartenzaun in das Wasser der Jagst

Leserbrief vom 14. Dezember 2018 - 17:30

Ein Vergleich zweier Großereignisse in Baden-Württemberg

Im Jahre 2015 verursachte Wasser in Baden-Württemberg zwei große Naturkatastrophen: Löschwasser vermischt mit Kunstdünger floss in die Jagst; Grundwasser in den Gipskeuper in Böblingen.

In beiden Fällen kann man von menschlichem Versagen sprechen und in beiden Fällen sind daher Haftpflichtversicherungen mit im Spiel. In beiden Fällen reichen die Versicherungssummen bei weitem nicht aus.

Als das Feuer in der Jagstmühle gelöscht war, konnte sofort mit der Beseitigung der Schäden begonnen werden. Glück für das Land: Es fielen damit keine Kosten für das Stoppen des Zuflusses, für die Sanierung der Schadquelle an. Daher ist heute schon der Fall abgerechnet.

Die Kosten für die Beseitigung aller Schäden in der Jagst betrugen dort 2 096 330 Euro. Diese Kosten trug zunächst das Land, vertreten durch das Regierungspräsidium Stuttgart. Insgesamt waren dort 60 verschiedene Projekte notwendig, um die Jagst wieder zu renaturieren.

Durch einen Vergleich zwischen dem Land, dem Mühlenbesitzer und dessen Versicherung sowie mit der Stadt Kirchberg erhielt das Land 970 000 Euro. An dem Land blieben somit 1 126 330 Euro hängen.

An der Jagst hat das Land sich an der Katastrophe mit nochmals dem gleichen Betrag - so in etwa - beteiligt, wie von den Versicherungen und von Privat gekommen ist. Nun ist der Schaden in Böblingen ein Vielfaches größer.

Von der Versicherung sind auch schon einmal 2 mal 5 = 10 Millionen Euro angedeutet worden. Der Herr Landrat und seine Mitarbeiter sehen weitere 5 Versicherungsmillionen am Horizont, wenn man mit Argumenten über spezielle unterirdische Wasserflüsse in Böblingen durchdringen kann.

Wenn das Land dann, wie an der Jagst, noch einmal die gleiche Summe dazugäbe, könnten die Geschädigten einigermaßen vertrauensvoll in die Zukunft schauen. Solche Beträge bekommt man aber nicht geschenkt. Dafür muss man kämpfen! Und wer setzt sich da an die Spitze? Ich weiß, wer eigentlich die Pflicht dazu hat.

Rudolf Springholz, Böblingen