Treiben der Umwelthilfe verfehlt das eigentliche Ziel

Leserbrief vom 04. Dezember 2018 - 16:24

Zur anhaltenden Diskussion über Feinstaub, NOx und CO2

Vor etwas mehr als 20 Jahren war in aller Munde das Ozonloch, und es wurde vor dessen Gefährlichkeit gewarnt. Als Hauptverursacher wurde der Benzinmotor wegen des CO2-Ausstoßes dafür verantwortlich gemacht. Die Dieselfahrzeuge wurden in den Himmel gelobt, und viele Autofahrer sind, obwohl mit höheren Anschaffungskosten belastet, auf Dieselfahrzeuge umgestiegen. Damals war der Gebrauchtwagenmarkt an Dieselfahrzeugen total abgegrast, und diese Gebrauchtfahrzeuge wurden zu horrenden Preisen gehandelt. Gegenüber den heutigen Dieselfahrzeugen waren das ja noch wirklich Dreckschleudern.

Mir stellt sich die Frage, was ist diese Deutsche Umwelthilfe (DUH) für eine Institution, die die Landesregierungen und unsere Politiker so beeinflussen und sogar vor Gericht bringen kann? Es sind in der Kreiszeitung schon mehrere Berichte veröffentlicht worden, dass es für diese festgelegten Grenzwerte überhaupt keinerlei wissenschaftliche Grundlagen gibt. Solange es Arbeitsplätze gibt, bei denen diese Grenzwerte um das fast 20-Fache höher liegen als im Fahrzeugverkehr, ist das doch nicht nachvollziehbar. Das ist nicht nur Volksverdummung, sondern Volksverarschung im höchsten Maße. Das sind lokale Probleme, das Ozonloch ist ein globales und für die Erdbevölkerung viel aktueller. Es gibt bestimmt wichtigere Dinge, hinter die sich die DUH klemmen sollte. Beispielsweise Plastikmüll-Vermeidung.

Der wirtschaftliche Schaden, der durch diese hochgespielte Diesel-Krise angerichtet wurde, ist immens. Der Betrug, den die Autofirmen begangen haben, muss bestraft werden. Aber wer sind die Leidtragenden - die Käufer dieser Autos.

Hat sich schon mal jemand Gedanken darüber gemacht, ob der Flugverkehr über unserem Gebiet nicht auch für diese NOx- Belastung verantwortlich ist? Kerosin ist ein dem Diesel ähnlicher Kraftstoff, nur mit anderen Additiven, aber weniger besteuert. Eben auch ein Abfallprodukt der Benzinherstellung. Ein Düsenjet benötigt allein für den Startvorgang mehrere tausend Liter Kerosin. Was dieser hinten aus seinen Triebwerken in die Luft bläst, kann ja nicht besser sein als das Abgas eines Dieselfahrzeugs. Oder? Irgendwo kommt das Zeug dann auch auf die Erde und konzentriert sich dann an einer tiefer gelegenen Stelle. (Neckartor Stuttgart).

Die Besteuerung der Benzinfahrzeuge über den CO2-Ausstoß wurde rechtzeitig in Kraft gesetzt. Da jetzt wieder viele Neuwagenkäufer auf Benzinautos umsteigen, fließen wieder mehr Steuereinnahmen, zur Freude des Finanzministers. Diese verringern nicht den CO2-Ausstoß der betroffenen Fahrzeuge und verkleinern auch nicht das Ozonloch, aber es lassen sich einige andere (Finanz-)Löcher damit stopfen.

Warum wehren wir Autofahrer uns nicht gegen diese Willkür und machen es nicht unseren westlichen Nachbarn nach? Wo sind unsere Autoclubs, die so etwas organisieren könnten? Aber die unterstützen ja diese Willkür und stehen nicht hinter ihren Mitgliedern. Es bewahrheitet sich immer wieder, der Autofahrer ist die Kuh, die sich am einfachsten melken lässt und der "Deutsche Michel" ist bereit, sich so weit zu bücken, bis er mit dem Bauch auf dem Boden angekommen ist.

Der Leserbrief von Herrn Häusel in der Kreiszeitung vom 21. November hat mich dazu bewogen, diesen Leserbrief zu schreiben, und mit seinem Fazit erkläre ich mich solidarisch.

Hartmut Decker, Ehningen