Schlossbergring als Ort der Begegnung

Leserbrief vom 26. November 2018 - 16:12

Zum Verkehr rund um den Böblinger Schlossbergring und Lösungsansätzen

Heute leidet der Schlossbergring unter der Invasion der Autos. Diese sind nicht nur wegen Lärm und giftigen Autoabgasen ein Problem, sondern weil sie zu viel Platz brauchen. Eine Innenstadt als öffentlicher Ort funktioniert so nicht, sie geht vollständig im Autoverkehr unter.

In einer lebenswerten Stadt halten die Leute sich gerne im Freien auf, an Orten, die zum Verweilen einladen, Orten der Begegnung. Autofahrer können sich nicht begegnen, sie sitzen in ihrem Panzer, hören nichts, stören und gefährden ihre Mitmenschen, beanspruchen unmäßig Raum, selbst wenn sie nicht in der Blechkiste hocken. Böblingens Stadtplanung muss das menschliche Maß berücksichtigen. Menschliches Maß ist die Geschwindigkeit von Passanten, die Bewegungsfreiheit der Plätze, die Lautstärke der Bewohner, die Gerüche der Waren, nicht Hektik, Motorlärm oder Auspuffgestank.

Das geht nur mit Fußgängern und Radfahrern, diese haben Priorität, Autos sind nur zu Gast. Meine konkreten Forderungen sind: Keine Parkplätze am Postplatz, keine Parkplätze auf dem Plattenbühl, diese zu Orten gefahrloser Begegnung umgestalten.

Auf dem Ring: Breite Bürgersteige oder Shared Space, die Obere Poststraße als Fußgängerzone. Statt Straßen-Parkplätzen: Leere Parkhäuser belegen. Böblingen hat hunderte ungenutzte, leere Garagenparkplätze, die schon zig-Millionen Euro kosteten. Vorrang für ÖPNV, Fuß- und Radverkehr. Denkbar wäre ein Elektrobus-Shuttle von der S-Bahn (Mercaden- oder Pocoparkhaus) um den Schlossberg. Zur zukünftigen Entlastung des Böblinger Schlossbergs: Der Pendlerverkehr auf der Stuttgarter Straße ist über die neue A 81 oder verlängerte Leibnizstraße zu führen.

Hubert Bohner, Böblingen