Gewinn durch saubere Mülltrennung der Bürger

Leserbrief vom 26. November 2018 - 16:12

Zu "Eine Million Euro Gewinn bei Abfallwirtschaftsbetrieb" vom 21. November

Ja, der Landkreis Böblingen liegt wohl ganz vorne, was die Bilanzen mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb angeht. Soweit so gut. Doch woran mag das liegen? Ist dies vielleicht einer ausgefeilten Logistik geschuldet? Nein, ich denke, die größte Rolle spielen die "Wertstoffhöfe", an die wir uns mittlerweile gewöhnen mussten. Während andere Städte und Gemeinden den "Gelben Sack" zur Entsorgung anbieten und regelmäßig abholen, muss der im Landkreis Böblingen ansässige Bürger "seinen Dreck" sammeln und wenn es dann zuviel wird, zum Wertstoffhof fahren. Mich würde interessieren, wie hier die Ökobilanz aussieht.

Hat sich der Landkreis je getraut, Datenerhebungen über die unzähligen Fahrzeuge zu erfassen, die tagtäglich die Wertstoffhöfe anfahren? Wie sieht hier die CO2-Bilanz aus? Wurde jemals darüber gesprochen, dass der Bürger seinen Kraftstoff dafür aufwendet, um den Müll fort zu bringen? Aber auch längeres Sammeln von Plastiken etwa macht es nur erträglich, wenn dieser Müll nicht zu Faulen beginnt, sprich ausgewaschen wird (Wasser und Energieaufwand)? Davon abgesehen: Wie der Name bereits sagt sind es "Wertstoffhöfe". Wir bringen tonnenweise Aluminium, Stahl und andere Metalle und viele weitere Stoffe fein säuberlich getrennt dorthin. Eigentlich muss ganz klar sein, dass dieser Gewinn, der für mich gefühlt unterm Strich als viel zu wenig erscheint, vollumfänglich dem Bürger zurückgezahlt werden müsste! Aus meiner Sicht ist das Böblinger Wertstoffsystem keineswegs gerecht dem Bürger gegenüber und erst recht nicht im Hinblick auf die Umweltverschmutzung. Übrigens: Viele wissen nicht, dass seit der Trennung des Hausmülls der Brennwert desselben so deutlich zurückging, dass man in einer Müllverbrennungsanlage mit Öl zufeuern muss, damit er überhaupt verbrennt. Nicht selten hat man anstatt des Öls auch schon mal einige tausend gelbe Säcke mit ins Feuer geworfen.

Dieter Lehmann, Herrenberg