Schluss mit dem Auftreten der AfD in den Medien

Leserbrief vom 23. November 2018 - 16:30

Zum Artikel "Das ist reine Angstmache" vom 15. November über die Podiumsdiskussion der Kreiszeitung "Parteien, Populismus, Positionen" am 13. November im Treff am See

Der Kommentar in Ihrem Artikel zu den Leuten, die am 13. November gegen die AfD und ihren Bundestagsabgeordneten Markus Frohnmaier protestierten, ist reichlich herablassend. Sie schreiben "Wo die AfD-Politiker öffentlich auftreten, ist Protest nicht weit." Ja genau! Und das ist gut so! Immer mehr Menschen protestieren gegen die AfD, gegen die Rechtsentwicklung der Regierung und der Berliner Parteien. Es wird Ihnen doch nicht entgangen sein, dass erst neulich 250 000 Menschen in Berlin deswegen auf der Straße waren (#Unteilbar)?

Sie schreiben weiter: "Vertreter verschiedener linksextremer Gruppierungen verteilten Flugblätter" Mit einer solchen Aussage werden all diejenigen, die gegen die demagogischen Scharfmacher der AfD protestieren, in eine "linke Ecke" gestellt. Sie sollen nicht ernst genommen werden, indem ein Bild von "links gegen rechts" erzeugt wird. Stattdessen hätte Ihre Zeitung vom Auftritt der österreichischen "Omas gegen rechts" berichten können und sollen, die beim Europa-Kongress des DGB auftraten. Als dort bekannt wurde, dass dem AfD-Mitglied und MdB Markus Frohnmaier, ein Freund von Björn Höcke, bei Ihrer Podiumsdiskussion eine Bühne geboten wird, beschloss man dort, vor dem Eingang zu protestieren.

Frauen vom Frauenverband Courage waren mit mehreren großen Schildern dabei, die zum Beispiel aussagten: Die AfD behauptet, Flüchtlinge würden die Sozialkassen schröpfen - glaubst du, dass Flüchtlinge an Hartz IV, Niedriglöhnen und Wohnungsnot schuld sind? Wir kämpfen gemeinsam für ein menschenwürdiges Leben! Die AfD macht nicht nur Angst, sie spaltet und will die Entsolidarisierung. Das patriarchale Familien- und Frauenbild der AfD "Der Mann verdient - die Frau bleibt zuhause für Kinder und Haushalt" ist den meisten Frauen zutiefst zuwider. Wir alle standen dort am Eingang, weil Schluss sein muss mit dem Auftreten der AfD in Medien und Talkshows. Damit wird der AfD immer wieder der rote Teppich ausgerollt.

Johanna Jäckh, Sindelfingen

Anmerkung der Redaktion: Der Artikel "'Omas gegen rechts' raten zu Protest" erschien am 15. November.