Fußgänger bremsen Autosauf der Brumme-Allee aus

Leserbrief vom 20. November 2018 - 17:06

Zum Abriss der drei Brücken über die Wolfgang-Brumme-Allee

Herzlichen Glückwunsch den städtischen Verkehrsplanern. Endlich haben sie sich wieder einmal dazu durchgerungen, eine weitere Staustelle in unserem sonst mit Baustellen so wenig bedachten Böblingen zu schaffen. Mit dem Abriss der Brücke über die Wolfgang-Brumme-Allee und der damit verbundenen Umgestaltung derselben zu einem eben begehbaren Fußgängerüberweg und einer weiteren Ampelanlage ist nun schon vorprogrammiert, was sich jetzt in der Hauptverkehrszeit abspielt. Sollte dann noch die sowieso permanent verstopfte A 81 ihre Blechlawine durch die Stadt - der Umleitung folgend - ergießen, benötigt man tatsächlich keine Brücke mehr, man kann die lückenlose Blechkolonne als solche nutzen.

Und da davon auszugehen ist, dass in den nächsten Jahren unsere Verkehrsplaner auch noch die letzte Möglichkeit nutzen werden, gleichzeitig an mehreren Stellen eine Baustelle zu errichten, kommt es auf einen Stau mehr oder weniger ja auch nicht mehr an. Wenn dann jede Minute ein Fußgänger an der Ampel die Rotphase anfordert und den fließenden Verkehr stoppt, kommt Freude auf. Ein Beispiel haben wir ja in der Konrad-Zuse-Straße, wo ein vielbesuchtes Ärztehaus getrennt wurde von einem Parkplatz von dem aus die Menschen minütlich die Ampel drücken und somit den Verkehrsfluss unterbrechen. Autos bremsen, Autos fahren an. Sehr umweltfreundlich!

Übrigens, das Argument, dass fast niemand mehr die Brücke über die Wolfgang-Brumme-Allee nutzt, mag zwar stimmen, doch das Warum wäre sicher auch noch zu hinterfragen. Wer bitte schön will durch ein heruntergekommenes, mit Bretterwänden vernageltes, nicht mehr benötigtes und in der Agonie liegendes Gebäude gehen? Vor allen Dingen in der Dunkelheit - fast unbeleuchtet - ein wahres Vergnügen! Aber wie auch immer. Eine Brücke ist immer noch sicherer als ein mit noch einer Ampelanlage versehener Überweg, der zudem noch zu einer eh schon überlasteten Verkehrssituation beiträgt. Vielleicht sollte man dieses Geld sinnvoller nutzen und den Zugang zur Brücke attraktiver gestalten. Egal. Freuen wir uns also auf einen ebenerdigen Übergang über einen Hauptverkehrsweg, an dem man dann als Fußgänger stehen darf, während man auf die Rotphase wartet und dabei die Abgase der stehenden Autos einatmet.

Konsequenterweise sollte man doch gleich an der Ampelanlage ein Messgerät für Feinstaub installieren, welches die Folgen bestätigt, die eigentlich abzusehen sind.

Hartmut Becker, Böblingen