Standort Mönchäcker ist nicht geeignet

Leserbrief vom 06. November 2018 - 13:00

Zum Thema der Anschlussunterbringung von Flüchtlingen in Dagersheim

Offenbar ist die Anschlussunterbringung (AU) von 70 geflüchteten Personen in Dagersheim eine Tatsache, die bereits in den vergangenen Monaten in diversen Gremien diskutiert, geprüft und abgewogen wurde. Dabei ist das Areal "Mönchäcker" als bestmögliche Lösung erarbeitet worden. Diese Meinung teilen wir nicht.

Zuerst möchten wir, die Verfasser dieses Briefes, deutlich darauf hinweisen, dass wir hinter der Integration neuer Mitbürger in Böblingen stehen, jedoch der Ansicht sind, dass der gewählte Standort nicht die optimale Lösung für die neuen Mitbürger darstellt und dass die dafür aufzuwendenden Mittel besser verwendet werden könnten.

Das im Ortsrandbereich befindliche und für die AU vorgesehene Grundstück erschwert die Möglichkeit für alltägliche Begegnungen mit den Bürgern des Ortes. Die vorgesehene Umzäunung erinnert entfernt an ein Getto. Daher schlagen wir Unterbringungen in mehreren, kleineren Einheiten im Ort vor. Dies könnte durch Anmietungen von zurzeit entstehendem Wohnraum (beispielsweise im Rübländer) oder durch Anreize zur Untervermietung von bestehenden, leerstehenden Wohnungen (etwa durch Mietzuschüsse, Renovierungszuschüsse, Anmietung durch die Stadt erreicht werden. Für die geplante Maßnahme sind aktuell 6,5 Millionen Euro eingestellt, die umsichtiger verwendet werden sollten, zumal weitere Mittel für massiven Neubau von Unterbringungsmöglichkeiten im Anschluss aufzuwenden wären. Wir wünschen uns eine würdige Integration unserer neuen Mitbürger, die langfristig tragfähig ist und fordern unsere Vertreter im Gemeinderat auf: Machen Sie sich zu Visionären der bestmöglichen Integration, auf die wir alle stolz sein können!

Hans Artmann und Anne Groisbeck, Dagersheim